20. Oktober 2018, 13:30 Uhr

Niedrigwasser

Der Niddastausee ist fast verschwunden

Der Stausee bei Schotten ist derzeit auf eine minimale Fläche geschrumpft. Grund ist aber nicht der trockene Sommer, sondern eine Baustelle.
20. Oktober 2018, 13:30 Uhr

Einen ungewohnten Anblick bietet bereits seit einigen Monaten die Niddatalsperre: Der See ist fast komplett verschwunden. Wo sonst Menschen im Wasser planschen oder in Tretbooten über das Gewässer schippern, liegt nun nur noch eine ausgetrocknete Fläche, ziehen sich tiefe Risse durch den hart gewordenen Matsch.

Der Grund ist in diesem Fall aber nicht der trockene Sommer 2018, sondern die Sanierung des Staudamms: Die Asphaltaußendichtung auf der Seeseite des 50 Jahre alten Bauwerks war in die Jahre gekommen. Sie wurde zum Teil abgefräßt. Auf die Restdichtungsschicht wurde eine zehn Zentimeter starke Binderschicht aufgetragen, die als Riss- und Schadensüberbrückung dienen soll. Auf diese kam nun eine rund sieben Zentimeter dicke Dichtungsschicht, die versiegelt wurde.

 

Viel Müll am Seegrund

 

Diese Arbeiten an der Staumauer konnten natürlich nicht unter Wasser erfolgen. Also wurde der See auf einen minimalen Pegelstand abgelassen. Auf dem Seegrund konnte man nun einiges entdecken. So spektakulär wie das »Edersee-Atlantis«, wo man zwischen den Grundmauern versunkener Ortschaften wandeln kann, wird es hier südlich von Schotten nicht. Vielmehr kann man viele unrühmliche Spuren der Besucher auf dem Grund des Sees finden: jede Menge Müll.

Mehrere alte Autoreifen ragen aus dem festgetrockneten Schlamm heraus, dazwischen liegen alte Glasflaschen und Plastiktüten. Selbst Kefir-Becher und Bioprodukt-Verpackungen kann man hier entdecken. Und zwischen all dem eine Reihe Bierdosen, selbstverständlich ohne Inhalt. Vermutlich wollte ein Bootsfahrer sie nicht mehr mit ans Ufer nehmen und ließ die leeren Behältnisse lieber mitten im See versinken. Vom Design her dürften sie rund 20 Jahre alt sein.

Und noch immer sehen sie fast wie neu aus, haben sich kaum zersetzt, obwohl sie lange Jahre unter Wasser lagen. Ein Zeugnis von Faulheit und Umweltverschmutzung, dass die Jahrzehnte überdauert. Es wär schön, wenn die Besucher in Zukunft ihren Müll in die zig Eimer am Ufer entsorgen würden – dann taucht bei der nächsten Sanierung der Staumauer vielleicht weniger Müll am Grund auf.

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