23. Oktober 2018, 22:03 Uhr

Ein Amerikaner in Odenhausen

23. Oktober 2018, 22:03 Uhr
»Sounds and Grooves« mit (v. l.) Michael Kotzian am Klavier, Kontrabassist Stefan Werni und Sängerin Hilde Vanhove.

In Abwandlung eines bekannten Musikstücks war ein Amerikaner diesmal nicht in Paris, sondern in Odenhausen. Leider blieb George Gershwin nur zwei Stunden lang. Das Jazz-Trio »Sounds and Grooves« spielte im ausverkauften Alten Schulsaal eine Hommage an den 1937 im Alter von nicht mal 40 Jahren gestorbenen Komponisten.

Die Künstler gingen in ihrem Handwerk auf, machten keine Show, überforderten das Publikum nicht. Bescheidenheit war ihre Zier: Das alte Sprichwort kam neu zur Geltung. In der Unterhaltungsbranche herrscht für gewöhnlich »Showtime« und überbordende Sensationssucht.

Dabei kommt der swingende Jazz im günstigen Fall mit einem kräftigen Walking Bass, dem sensiblen perlenden Klavier und einer tiefen leicht rauchigen und lang gedehnten Singstimme. Daraus kann ein meditatives Hörerlebnis werden.

Dem Idealzustand sehr nahe kamen Hilde Vanhove (Gesang), Michael Kotzian am Klavier und Kontrabassist Stefan Werni. Gershwin, der mit sechs Jahren Klavierspielen lernte, mit 16 die Schule verließ, um fortan ausschließlich wie ein Besessener Melodien zu erfinden, hat die verschiedenen Genres der Musik mit seinem Ideenreichtum beeinflusst.

Hilde Vanhove, die meist das Besondere in Gershwins Werk auf Deutsch erläuterte, sagte, dass Gershwin in Sachen Akkorde, Melodien und Harmonien seiner Zeit voraus gewesen sei. Einen Song etwa mit einem Dominantseptakkord zu beginnen, sei damals etwas Neues gewesen. Das Trio spielte am Original orientiert oder mit eigenständiger Bearbeitung.

Beispielsweise wurde aus »S’wonderful« eine Sambaversion. »Summertime«, die bekannte Arie aus der Oper »Porgy and Bess«, sang Vanhove freilich erst spät. Auf den Titel hatten alle vermutlich gewartet. So blieb die Spannung lange erhalten. »Love is here to stay«, eines der letzten Werke Gershwins, machte den Abend rund. Dann folgte ein ordentlicher Applaus und als Zugabe »Let’s call the whole thing off«. (Foto: vh)

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