28. Februar 2019, 22:12 Uhr

Ein Haufen Arbeit

60 Veranstaltungen in 19 Tagen: Die Licher Kulturtage bieten vom 6. bis 24. März wieder ein Mammutprogramm, das in der Region und darüber hinaus seinesgleichen sucht. Aber wer steht eigentlich hinter dem Festival? Wie viel Zeit muss im Vorfeld investiert werden? Und was kostet das Ganze jedes Jahr?
28. Februar 2019, 22:12 Uhr
Monatelange Arbeit: Die Macher der Licher Kulturtage präsentieren stolz das Programm der 17. Auflage. (Foto: nab)

Von allen Sinnen, Schwarz auf Weiß, Grenzenlos oder AußerGewöhnLich – seit ihrer zweiten Auflage tragen die Licher Kulturtage immer ein anderes Motto. Eines ist aber von Anfang an gleich geblieben: Mitmachen kann jeder, vom kleinen regionalen Chor bis hin zum hochkarätigen internationalen Künstler. Außer Politik geht alles bei den Kulturtagen, und eben das macht seit 16 Jahren ihren Reiz aus. Möglichst viele Kunstformen, ein hohes Niveau an Veranstaltungen und ein Angebot, das sich an unterschiedliche Altersgruppen richtet. »Das war von Anfang an unser Ziel, und darin liegt vermutlich auch der Erfolg des Festivals«, sagt Peter Damm, Kulturkoordinator der Stadt Lich und einer der Hauptakteure im Hintergrund. Denn Damm ist nicht nur als solcher, sondern auch als Vorstandsmitglied von künstLich Teil der Kulturwerkstatt, die das Event organisiert.

36 Mitglieder zählt diese, darunter die Stadt, Vereine, Firmen, Schulen und Einzelpersonen. Der harte Kern sind künstLich, das Kino Traumstern, der Kulturverein mit Hannelore Rischmann an der Spitze, der Förderverein Stadtbibliothek, die Kreisvolkshochschule, die Musikschule und das Forum für Völkerverständigung. Außerdem Christiane Agel, die bei der Stadt Lich für Kultur und Tourismus verantwortlich ist.

»Unsere Arbeit beginnt nach den Sommerferien und wird dann immer intensiver, die Treffen der Kulturwerkstatt häufiger«, sagt Hannelore Rischmann. Aber wie viele Arbeitsstunden geleistet werden? Für sie und Peter Damm unmöglich zu sagen. Zu viele Menschen bringen sich ein. Zu den verschiedensten Zeiten, in unterschiedlicher Dauer und Häufigkeit, überwiegend ehrenamtlich, aber zum Teil auch bezahlt. Allein was die beiden Kinobetreiber Edgar Langer und Hans Gsänger an Zeit in die Bearbeitung von E-Mails und Telefonaten investieren, sei immens.

Bis Weihnachten muss das Programm stehen, Ende Januar müssen alle Daten vorhanden sein, damit Anfang Februar der Flyer in Druck gehen kann. »Vier Wochen vor der Eröffnung kommen wir meist mit dem Programm raus«, sagt Damm. Zu diesem trägt künstLich die meisten Veranstaltungen bei, elf von 60 sind es in diesem Jahr. Die übrigen kommen von anderen Mitgliedern der Kulturwerkstatt oder Akteuren, die von außen an das Netzwerk herantreten.

Wenn auch die genaue Zahl an Arbeitsstunden nicht fassbar ist, Hunderte kommen sicherlich jedes Jahr zusammen. Was aber motiviert die Hauptakteure, sich immer wieder zu engagieren? »Ich liebe meine Heimatstadt. Sie hat mir viel gegeben. So kann ich etwas dafür zurückgeben«, sagt Rischmann, die sich von Anfang an in der Kulturwerkstatt einbringt. Bei Damm ist es zum einen die Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen. Zum anderen, dass Künstler aus aller Welt Lich bereichern.

Doch diese Bereicherung gibt es nicht umsonst, auch wenn viele Menschen unzählige ehrenamtliche Stunden investieren, um das Programm auf die Beine zustellen. 8000 Euro haben die Kulturtage-Macher im Jahr zur Verfügung. 3000 kommen von der Stadt, die zudem ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es einen Sponsorentopf, in den weitere 5000 Euro fließen. Von dem Geld werden der Druck der 28 000 Programm-Flyer und der Grafiker bezahlt. Der Rest ist da, um Defizite auszugleichen, wenn sich Konzerte, Lesungen oder Workshops nicht von selbst tragen. Dazu sind die jeweiligen Veranstalter zwar angehalten, es gelingt aber nicht immer. Denn die Kulturwerkstatt organisiert zwar das Festival, trägt aber nicht für die einzelnen Beiträge die Verantwortung.

Entstanden sind die Kulturtage, die seit ihrem Bestehen rund 94 000 Besucher nach Lich gezogen haben, übrigens aus einer anderen Veranstaltungsreihe, der Kulturwoche. Die fand – organisiert von Helmut Jachimsky – immer im Herbst statt und überschnitt sich zeitlich mit der Novemberreihe. Anfang 2002 gab es dann ein Treffen verschiedener Kulturtreibender in der Stadt mit dem Ziel, sich besser zu vernetzen. Dort kam die Idee auf, die Kulturwoche ins Frühjahr zur verlegen und auf größere Beine zu stellen. Die Kulturwerkstatt entstand, und im März 2003 gingen die ersten Kulturtage über die Bühne. Mit 30 Veranstaltungen an neun Tagen. Doch das wurde ganz schnell mehr, erinnern sich Damm und Rischmann, und wurde jedes Jahr wieder getoppt. Mittlerweile ist mit 60 Veranstaltungen an 19 Tagen aber das Maximum erreicht. »Mehr geht nicht. Das würde unseren Flyer sprengen.«

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