24. Juni 2018, 18:37 Uhr

»Ein warmes und freundliches Haus«

24. Juni 2018, 18:37 Uhr
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Von Siglinde Wagner
Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Mittelhessen, überreicht Einrichtungsleiterin Anne Herröder einen Helm. Nun ist sie für die nächsten Jahre gut gewappnet. (Foto: siw)

Viele Grußworte wurden anlässlich der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Johanniterstifts in Großen-Buseck gesprochen. Den meisten Beifall erhielt jedoch Käthe Seifert. Seit neun Jahren lebt sie im Stift und seit acht Jahren ist sie als Heimbeiratsvorsitzende das »Sprachrohr« für die Bewohner. »Ich habe hier viel Gutes erfahren, natürlich auch Trauriges. Hier geht es familiär zu, hier wird gelebt und gefeiert und es ist schön, dass wir ein Teil dieser Gemeinde sind und nicht an den Ortsrand abgeschoben wurden. Vereine, Kindergärten und Schulen kommen zu uns und wir ziehen hinaus in das Dorf, oft in den Schlosspark, alljährlich auf den Weihnachtsmarkt und sogar zum Kirmes-Frühschoppen.« Aus dem zunächst noch etwas kahlen Neubau sei ein »warmes und freundliches Haus« geworden, ein Haus der Begegnung. »63 Mitarbeiter tragen durch ihr sehr hohes Engagement entscheidend und zur positiven Entwicklung des Stifts bei. Unterstützt werden sie durch 29 ehrenamtlich Engagierte, ohne die unsere tägliche Arbeit nicht denkbar wäre,« erklärte Einrichtungsleiterin Anne Herröder. Sie betont: »Unser Ziel war und ist es, hilfsbedürftigen Menschen ein möglichst angenehmes und erfülltes Leben zu ermöglichen.«

Ruth Moser-Weikert, Geschäftsführerin der Johanniter-Seniorenhäuser GmbH, stellte die Entwicklung des Hauses mit 96 Pflegeplätzen und zehn Einheiten für »Betreutes Wohnen« vom ersten Spatenstich im August 2007 über den Bezug im November 2008 in den Fokus ihrer Ansprache. In diesen zehn Jahren hätten sich Michael Sommerlad (bis März 2018 Einrichtungsleiter) und Anne Herröder (zuvor Pflegedienstleiterin) als starkes Team bewährt.

Als er sich Gedanken um ein Geburtstagsgeschenk machte, kam Bürgermeister Dirk Haas zu dem Fazit: »Eigentlich sind Sie ja ein Geschenk an die Gemeinde, denn das mit Herzenswärme geführte Haus ist ein echter Gewinn für das Leben im Alter.« Kurator Hans-Moritz von Harling richtete seine Worte direkt an das »liebe Johanniter-Stift«: »Du bist nicht nur ein Altenheim. Du bist ein Johanniter-Stift! Und zumindest äußerlich sieht man dir die zehn Jahre nicht an.« Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Mittelhessen, überreichte Geschenke an das Team und an Seifert sowie an Herröder einen Helm. »Damit Sie für die nächsten Jahre gut gewappnet sind.«

Kreisbeigeordneter Hans-Peter Stock mahnte an, dass Artikel 1 des Grundgesetzes, die Unantastbarkeit der Menschenwürde, auch in der Pflege die Maxime sein muss. Das Johanniter-Stift hebe sich von anderen Häusern ab. »Denn bei AGs gibt es schließlich Aktionäre, die darauf schauen, dass ihr eingebrachtes Geld auch wieder herauskommt.« Nicht nur Fachkompetenz sei von den Mitarbeitern und Führungskräften gefragt, sondern Verstand, Herz und Seele. »Den Gesichtern sehe ich an, dass Sie hier alles richtig gemacht haben.«

Heimleiterin Herröder, Dauernachtwache Daniela Kirchner und Pflegefachkraft Lena Mattern sind drei Mitarbeiterinnen der ersten Stunde. Sie wurden mit einer Urkunde und einer Dienstnadel durch Baron Henn-Wolfram Riedesel, dem regierenden Kommendator der Hessischen Genossenschaft des Johanniterordens, geehrt.

Ökumenische Andacht

Pfarrer Jürgen Kuhn und Pfarrer Jonas Adam hielten eine ökumenische Andacht, an der Orgel begleitete Karin Lindheimer den Gesang. Für die musikalische Umrahmung der Feier mit über 300 Bewohnern und Gästen sorgten das Gitarrenensemble 9/10 der IGS Busecker Tal, der Shantychor »Busecker Strandgut«, Kinder der Katholischen Kita »St. Elisabeth« und Alleinunterhalter Helmut Lipka. Zwischen Mittagsessen und Kaffeetrinken brachten die Bewohner zum Lied »Ein Hoch auf uns« mit einem Sitztanz Bewegung in das Zelt.



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