12. Juni 2019, 21:36 Uhr

Einer, der Spuren hinterlässt

12. Juni 2019, 21:36 Uhr
Parlamentsvorsitzender Dr. Robert Horn (l.) und Bürgermeister Stefan Bechthold (r.) überreichen Adolf Wallbott die Urkunde zur Ehrenbürgerschaft. (Foto: ti)

Drei Jahrzehnte lang hatte er als Kommunalpolitiker unzählige Stunden lang die Sitzungsbank gedrückt und die Entwicklung der Großgemeinde Fernwald mitgestaltet. Am Dienstagabend kehrte Adolf Wallbott an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Im Sitzungssaal der Fernwaldhalle wurde der 83-Jährige für sein langjähriges Engagement in Politik, Sport, Kultur und Kirche ausgezeichnet. Neben Karl-Heinz Schmitt, Bernhard Becker und Karl-Rudolf Schön ist er jetzt der vierte Ehrenbürger der Gemeinde. Ein »äußeres Zeichen« für all seine Arbeit, wie Parlamentsvorsitzender Dr. Robert Horn die Auszeichnung nannte. Die Gemeindevertretung hatte sich im Februar einstimmig dafür ausgesprochen, Wallbott diese Ehre im Rahmen einer ihrer Sitzungen zuteil werden zu lassen.

Vereinsrekord als SVA-Chef

Doch diese Sitzung war eigentlich keine. Statt politischer Debatten stand eine Feierstunde auf der Tagesordnung. Stehtische im Foyer für den anschließenden Empfang. Stuhlreihen im Sitzungssaal für die zahlreichen Gäste. Rolf Klingmann, Pfarrer im Ruhestand und langjähriger Wegbegleiter Wallbotts, hielt die Laudatio, die von der beachtlichen Lebensleistung des Anneröders erzählte. Zum einen in der Kommunalpolitik, die Wallbott 30 Jahre lang wesentlich mitgeprägt hatte - zunächst als Gemeindevertreter, dann als Beigeordneter, 16 Jahre davon als stellvertretender Bürgermeister an der Seite von Dieter Howe. Dabei, so Klingmann, sei ihm die Gleichrangigkeit der Ortsteile immer ein wichtiges Anliegen gewesen.

Wallbott gründete den Ortsverband der CDU Fernwald, war fast drei Jahrzehnte ihr Spitzenkandidat. Als Kreistagsmitglied leitete er den Schulausschuss. Passend für einen Lehrer.

Doch nicht nur die Politik lag Wallbott am Herzen. Als überzeugter Ehrenamtler machte er sich im Sport einen Namen, insbesondere im SVA. Erst als Schriftführer, zwölf Jahre als stellvertretender Vorsitzender und zwei Jahrzehnte als Chef. »Vereinsrekord«, wie Klingmann die fast 80 Gäste in Steinbach wissen ließ, und: »Du hast den größten Anneröder Verein entscheidend geprägt.«

Geprägt hat der Träger des Bundesverdienstkreuzes auch an anderer Stelle. 16 Jahre lang war er beim Kulturkreis Annerod Initiator, Sprecher, Manager, Moderator und Finanzminister in einer Person. Mit besonderen Veranstaltungen rückte er bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte wie Liebig oder Luther in den Fokus oder ließ die Menschen in zahlreichen Veröffentlichungen an seinem heimatkundlichen und geschichtliches Wissen teilhaben. Außerdem engagierte er sich für seinen Glauben - im Kirchenvorstand, Dekanats- und Landessynode, Männerarbeit und bei Studienreisen. Klingmann: »Du hast wahrlich Spuren hinterlassen an so zahlreichen Stellen.«

Wer an so vielen Stellen so viel leistet, der wird andernorts oft schmerzlich vermisst. »Hättest Du bei Deiner Familie nicht über so viele Jahre Verständnis und Rückhalt gefunden, dann gäbe es diese besondere Stunde heute wohl kaum«, unterstrich Klingmann. Der Ehrengast selbst nutzte die Feierstunde, die von einer Musikgruppe um Geiger Georgi Kalaidjiev umrahmt wurde, unter anderem um genau jenen Unterstützern danke zu sagen - seinen Angehörigen ebenso wie seinen Wegbegleitern.

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