15. April 2019, 21:36 Uhr

»Ersehnt, doch oft kaum erträglich«

15. April 2019, 21:36 Uhr
»Stille« herrscht im Ausstellungsraum des KuKuK offensichtlich in mehrfacher Hinsicht. (Foto: usw)

Die neue Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) trägt einen ungewöhnlichen Namen, »Stille«. 15 Mitglieder und zwei Gäste zeigen darin ihre Arbeiten mit wie üblich stark kontrastierenden handwerklichen wie thematischen Charakteristika. Zur Eröffnung am Freitag gab es noch ein Ständchen vom Chor »SingsteMit‹“ aus Allendorf. Der Andrang war wieder erheblich.

Ines Scheurmann vom Vorstand betrachtete in ihrer Einführung das Thema in seiner aktuellen Mehrdeutigkeit: »Wir sehnen uns oft nach Stille, doch wenn sie eintritt, können wir sie kaum ertragen. Schweigen und innere Einkehr finden sich als philosophische und religiöse Übungen in jeder menschlichen Gesellschaft und zu allen Zeiten. Tempel, Kirchen und Klöster als Räume der Stille und Kontemplation waren und sind Zentren der geistigen Ruhe und der Konzentration auf den inneren Mittelpunkt und das innere Gleichgewicht«, sagte Scheurmann. »Stille ist aber selten wirklich still«, fügte sie hinzu, und wies auf die zahllosen Geräusche hin, die etwa die berühmte »Waldesruh« bei längerem Hinhören ausgesprochen lebhaft machen, wie man bei dieser Gelegenheit verblüfft feststellt.

Vielseitig und reduziert

Die Inszenierung der Schau wurde gegenüber dem letzten Mal leicht geändert, indem die Stellwände jetzt von den Seiten in den Raum ragen; der angenehme Effekt der Auflockerung und Vergrößerung der Präsentationsfläche bleiben erhalten. Vor allem können so ein paar Exponate den Betrachter überraschen, da er sie auf den ersten Blick nicht sieht.

Beim Betreten der Halle findet man eine gelungene Kombination aus großen Bildern und einer Gruppe kleinerer Skulpturen Johannes Euckers vor. Hinten erkennt man vor der Hauptwand die drei Gießener Schwätzer, während im Vordergrund Dieter Weißens Segelbootskulptur (»Meeresstille und glückliche Fahrt«) das Thema lyrisch verkörpert.

Schon ein bisschen unheimlich fand Scheurmann Michael Ackermanns großformatige, beeindruckend kraftvolle »Blaue Stunde«, die in ihrer Vielseitigkeit mehrere Betrachtungsweisen ermöglicht; vor allem ist das Werk von besonderer Schönheit. Und Marita Meurers still vergnügtes Aquarell »Wellenbrecher« macht in seiner kompositorischen Reduktion das Thema geradezu sinnlich erfahrbar. Genau wie Barbara Ritzkowskys traumhaft verwehte »Stille Wasser« in Island, eine Fotografie mit flachen Wasserfällen, nebelig verschleiert. Die Mitglieder fanden offenkundig die Stille an den verschiedensten Orten, man könnte es ihnen ja mal nachmachen.

Noch bis zum 5. Mai im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg. Öffnungszeiten Samstag und Sonntag von 15 bis 19 Uhr.

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