26. April 2019, 22:21 Uhr

Etwas für das Sicherheitsgefühl

26. April 2019, 22:21 Uhr
Das gefühlte Risiko, Opfer eines Verbrechens – etwa eines Einbruchs – zu werden, ist oft höher als das tatsächliche Risiko. Die Gemeinde Buseck will nun das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern. (Fotos: dpa/con)

Kommune, Bürger und Polizei sollen Hand in Hand arbeiten, um die Sicherheit vor Ort zu verbessern – das ist die Idee hinter »Kompass«. Dabei handelt es sich um eine Abkürzung für das recht sperrige Wort »Kommunalprogramm SicherheitsSiegel«. Die Gemeinde Buseck gab für diese Zusammenarbeit mit der Polizei nun den Startschuss.

Dabei hat Buseck seit 2015 nach Auskunft der Polizei eine sinkende Kriminalitätszahl zu verzeichnen. Die Kriminalitätsbelastung (ein durch das Hochrechnen der Straftaten auf 100 000 Einwohner ermittelter Wert) lag im vergangenen Jahr bei 2292 in Buseck, für Hessen wurde ein Wert von 5971 ermittelt. Auch Mittelhessen liegt mit rund 4000 Straftaten pro 100 000 Einwohner deutlich über dem Busecker Wert.

»Das wird aber von der Bevölkerung anders wahrgenommen«, sagt Bürgermeister Dirk Haas. Gerade die sozialen Medien tragen viel dazu bei, dass man heute viel mehr und schneller von Verbrechen vor Ort mitbekommt, was letztlich zu einem erhöhten Unsicherheitsgefühl führt. Genau diesem subjektiven Gefühl von mangelnder Sicherheit will man durch Beitritt zur Sicherheitsinitiative entgegenwirken, aber auch die objektive Sicherheit verbessern.

Mithilfe der Bürger gefragt

Dabei sind auch die Bürger selbst gefragt: In Befragungen und Konferenzen sollen sich die Einwohner Busecks einbringen und mithelfen, die Problemstellen vor Ort auszumachen. »Nicht nur die Polizei kann etwas tun, jeder kann etwas zur Sicherheit beitragen – der Bürger der etwas beobachtet ebenso wie die Ämter und der Bürgermeister«, sagt Bernd Paul, Polizeipräsident.

Kommunen, die sich unter Anleitung der bei den hessischen Polizeipräsidien angesiedelten »Kompass«-Spezialisten dem Programm anschließen und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum umsetzen, erhalten das entsprechende Siegel. Durch die gezielte Analyse von Problemen und Schwerpunkten lassen sich auf der Grundlage einer fundierten Betrachtung Projekte entwickeln, die insbesondere auch im Bereich der Prävention und der Beseitigung von Angstpotentialen das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken.

Dabei steht als nächster Schritt jetzt die Bildung einer Arbeitsgruppe an, in der Kommune und Polizei unter anderem den Termin einer Sicherheitskonferenz für Buseck ausarbeiten wollen. Auch wie und zu welchen Themen man Bürgerbefragungen durchführen möchte, steht jetzt zur Diskussion. »Am Ende dieses Prozesses werden wir dann einen Katalog mit Präventionsmaßnahmen erstellen, die man umsetzen kann«, erklärte der »Kompass«-Beauftragte des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Jörg Schormann. Dabei können schon ganz kleine Schritte Erfolg erzielen, wie beispielsweise eine bessere Beleuchtung von Parkanlagen oder anderen »dunklen Ecken«. In den nächsten Jahren wird man immer wieder zusammenarbeiten, um gemeinsam eine nachhaltige Verbesserung der objektiven, wie auch subjektiven Sicherheit der Bürger zu erreichen.

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