21. Oktober 2019, 22:17 Uhr

Fenster zur Ökumene geöffnet

21. Oktober 2019, 22:17 Uhr
Zum Abschied erhält Pfarrer Stephan Ebelt ein bemaltes Kirchenfensterbild. (Foto: sf)

Ein großes Orgelvorspiel eröffnete den Gottesdienst zur Verabschiedung der evangelischen Kirchengemeinde Laubach von Pfarrer Stephan Ebelt. Dessen Verwaltungsauftrag für die Pfarrstelle Laubach I endet offiziell am 31. Dezember nach sechs Jahren (die Gießener Allgemeine berichtete). Der scheidende Seelsorger wurde in der Stadtkirche vor allem von seiner Tochter Hananja Ebelt und Michelle Rosenfeld überrascht, die zur musikalischen Begleitung von Anja Martine das Lied »Shallow« sangen.

In der Hand hielt Ebelt den großen Kirchenschlüssel; damit hatte er sechs Jahre lang Zutritt in die Kirche und zur Sakristei. Die Kirche habe ihm Heimat gegeben, unterstrich Ebelt. Dekan Norbert Heide erinnerte daran, dass Ebelt im November 2013 als großer Musikliebhaber und Tubaspieler mit den Klängen des Posaunenchores (»Großer Gott wir loben Dich«) eingeführt worden sei. Damals habe Ebelt gesagt, dass ein Stück nur dann harmonisch erklinge, wenn alle miteinander spielen. Er habe versucht, es harmonisch erklingen zu lassen, doch es sei zu einer Disharmonie gekommen. Viele Impulse habe Ebelt auf den Weg gebracht - etwa die Bibelbank und verschiedene Gruppenkreise, erinnerte Heide. Ebelt habe sich als Gemeindeberater ausbilden lassen und Werke hinterlassen, an denen nun andere weiterarbeiten könnten. Er könne sein Wirken nun an einem anderen Ort einsetzen. So ein Scheidewege beinhalte ein Stück Heimweh nach gestern und trage die Angst vor morgen in sich.

Kirchenvorstandsvorsitzende Susanne Koch sprach über viele schöne Momente aus den vergangenen sechs Jahren; es habe aber auch strittige Punkte gegeben. Ebelt habe das Fenster zur Ökumene geöffnet und den Kontakt zur katholischen Kirche und zu den Freikirchen gesucht. Als studierter Bauingenieur habe er Mängel gesehen, angepackt und umgesetzt. Und so seien Kirche und das Pfarrhaus nun barrierefrei zu erreichen.

Friedhofskapelle kann saniert werden

Die schönen Ausschussgottesdienste werden in Erinnerung bleiben und ganz besonders die bemalten Kirchenfenster, wie sie von den Konfirmandengruppen gestaltet wurden. Der Kirchenvorstand überreichte Ebelt ein solches gestaltetes Fensterbild, das ihn an Laubach erinnern möge. Seiner Familie mit Ehefrau Elka und den Kindern Hananja, Jesse und Elea wünschte man alles Gute. Gedankt wurde auch Arno Massier, der mit der Trompete das Orgelspiel von Anja Martine unterstrich. Grußworte wurden gesprochen von einigen Wegbegleitern, die den Pfarrer als liebgewonnenen Kollegen vermissen werden und ihm in der Zeit der kirchlichen Umbrüche eine Gemeinde wünschen, die ihn und seine Arbeit wertschätzen. Pfarrer Klemens Wunderle erinnerte an die schönen Faschingsbeiträge, der Vertreter der Methodisten dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Evangelische Allianz bescheinigte Ebelt Kreativität und Offenheit. Er sei ein Brückenbauer, der aber alles auch kritisch beleuchte. Christina Kümmel ließ die Konfi-Freizeiten und die Kindergottesdienste Revue passieren. Der Kirchenvorstand Ruppertsburg dankte Ebelt dafür, dass er in seiner Vertretungszeit »Licht in die Kirche« gebracht habe. Ebelts Stadtführungen seinen immer prima gewesen, auch wenn der Dialekt nicht so ganz stimmig gewesen sei, resümierte Bürgermeister Peter Klug schmunzelnd. Der scheidende Pfarrer habe die Sanierung der Friedhofskapelle angeleiert - und das mit Erfolg: Klug hatte den Bewilligungsbescheid mit ins Gotteshaus gebracht: Das Projekt wird mit 103 000 Euro gefördert.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Gemeindehaus einen Sektempfang. Pfarrer Ebelt wird in den Gießener Raum wechseln. Seine Nachfolge in Laubach tritt ab 1. Januar 2020 Jörg Niessner an. Dessen Ordination ist für den 16. Februar 2020 geplant.

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