Kreis Gießen

Fernwälder stehen hinter der »Tour«

Es war eine Anfrage, die zur jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in Fernwald die Gemüter erhitzte: Bernd Voigt, der Fraktionsvorsitzende der Grünen fragte nach, ob sich der Stopp der »Tour der Hoffnung« Mitte August vor der Gemeindeverwaltung in Steinbach mit der vorläufigen Haushaltsführung der Gemeinde in Einklang bringen lasse. Denn bei dem Tour-Stopp handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Diese Anfrage zu einer Veranstaltung mit karitativen Zweck stieß bei den übrigen Gemeindevertretern und auch bei vielen Bürgern auf Unverständnis - eine hitzige Diskussion war die Folge. Deshalb luden die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FW und FDP am Dienstag zu einem Gespräch ins Fernwalder Rathaus, um ein klares Zeichen zu setzen.
18. September 2019, 21:32 Uhr
Constantin Hoppe
Die »Tour der Hoffnung« gehört zum Sommer im Landkreis Gießen: Hier ist das fast 200 Teilnehmer zählende Feld zwischen Steinbach und Lich unterwegs. 	(Archivfoto: mö)
Die »Tour der Hoffnung« gehört zum Sommer im Landkreis Gießen: Hier ist das fast 200 Teilnehmer zählende Feld zwischen Steinbach und Lich unterwegs. (Archivfoto: mö)

Es war eine Anfrage, die zur jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in Fernwald die Gemüter erhitzte: Bernd Voigt, der Fraktionsvorsitzende der Grünen fragte nach, ob sich der Stopp der »Tour der Hoffnung« Mitte August vor der Gemeindeverwaltung in Steinbach mit der vorläufigen Haushaltsführung der Gemeinde in Einklang bringen lasse. Denn bei dem Tour-Stopp handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Diese Anfrage zu einer Veranstaltung mit karitativen Zweck stieß bei den übrigen Gemeindevertretern und auch bei vielen Bürgern auf Unverständnis - eine hitzige Diskussion war die Folge. Deshalb luden die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FW und FDP am Dienstag zu einem Gespräch ins Fernwalder Rathaus, um ein klares Zeichen zu setzen.

Gastgeber aus Überzeugung

Alle Anwesenden fürchten, dass sowohl die Gemeinde als auch die »Tour der Hoffnung« durch die Folgen der Anfrage in ein schlechtes Licht gerückt wurden - etwas, dem man sich entschieden entgegenstellen wolle. »Wir sind in Fernwald gerne Gastgeber der ›Tour der Hoffnung‹ und stolz darauf«, erklärte Stefan Becker (FW). Seit 1983 wird bei der Tour für einen guten Zweck in die Pedale getreten - seit 25 Jahren gehört Fernwald zu den jährlichen Stopps.

»Wir finden, dass die Kostendebatte in diesem Fall nicht angebracht ist«, erklärte Robert Horn (SPD), Vorsitzender der Gemeindevertretung. Allein in diesem Jahr kamen in Fernwald rund 10 000 Euro Spenden für die Benefizveranstaltung zusammen. Als weiteres Zeichen der Unterstützung hatten die Gemeindevertreter noch einmal zusammengelegt und 500 Euro gespendet: »Wir stehen hier in Fernwald hinter der ›Tour‹ - das macht Fernwald auch aus«, fügte Matthias Klose (CDU) hinzu, der auch schon oft selbst bei der Benefiztour in die Pedale trat. Und noch etwas stellten die Sprecher der Fraktionen klar: »Die Nachfrage eines Gemeindevertreters zu freiwilligen Leistungen - gerade während einer vorläufigen Haushaltsführung - ist natürlich legitim«, sagte Peter Steil (FDP), und: »Es ist nur die Frage, in welchem Zusammenhang und an welcher Stelle man eine solche Anfrage stellt.« Dass mit jener Anfrage die »Tour der Hoffnung« in Fernwald in Frage gestellt werden sollte, glaubt keiner der anwesenden Gemeindevertreter.

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