22. Mai 2019, 22:21 Uhr

Frische Farbe fürs Aschenputtel

22. Mai 2019, 22:21 Uhr
Das Märchenfries im Spielhaus im Gail’schen Haus ist wieder restauriert. (Foto: ws)

Luxus einer großbürgerlichen Industriellenfamilie vor 100 Jahren: Die Unternehmerfamilie Gail baute im Park unweit der Villa in Rodheim ein Spielhaus für die Kinder, mit Säulenportal und Pagodendach, selbstverständlich fein eingedeckt mit Gail’scher Keramik. Gleich nebenan findet sich zudem ein kleiner Spielplatz.

Das Spielhaus ist wahrscheinlich für Marianne gebaut worden, Wilhelm Gails Tochter aus zweiter Ehe, geboren im Jahr 1905, weiß man im Freundeskreis Gail’scher Park, der sich um die besondere Gartenanlage kümmert. Erkenntnissen des Vereins zufolge könnten das Haus und die Spielgeräte ungefähr aus dem Jahr 1910 stammen.

Vor mittlerweile 13 Jahren wurde das Spielhaus im Gail’schen Park saniert. Damals musste auch der stark beschädigte Wandfries, der Märchen der Gebrüder Grimm zeigt, restauriert werden - jetzt standen erneut Arbeiten an.

Die Bilder wurden Anfang der 50er Jahre von dem Maler Max Weinzierl geschaffen - das belegt die Signatur rechts unten am Rand von Aschenputtel. Womöglich war Weinzierl bei dem Maler Baumbach in Vetzberg angestellt. Als Vorlage dienten dem Maler die Illustrationen von Paul Hey, die dieser als Serie »Deutscher Märchen« für Zigarettenbilder im Auftrag der Firma Reemtsma 1939 gemalt hatte.

Freundeskreis kümmert sich

Auf Empfehlung der Hessischen Verwaltung der Schlösser und Gärten in Bad Homburg konnten vor 13 Jahren für diese Aufgabe die Diplom-Restauratorinnen Annerose Seidel und Stefanie Matthes gewonnen werden. Sie sind auch jetzt wieder ans Werk gegangen. Denn der Untergrund der Bilder besteht aus einfachen Holzplatten, die aus dem Baujahr des Spielhauses um 1910 stammen. Sie sind nicht allzu gut geeignet, die Bilder langfristig zu konservieren. Die starken Temperaturunterschiede in dem Haus und eindringende Feuchtigkeit wirken sich ungünstig auf die Erhaltung der Malerei aus. Von daher war es angeraten, die wieder entstandenen Schäden dringend zu beheben, um einem weiteren Verfall vorzubeugen.

Vor einigen Tagen waren Annerose Seidel und Stefanie Matthes, aus Hamburg und Dresden kommend, wieder vor Ort. Sie haben die losen Bildteile fixiert, die Schadstellen fachgerecht vorbehandelt und die Fehlstellen anhand gesicherter Bilddokumentationen nachgemalt.

Beim Freundeskreis Gail’scher Park hofft man, dass die zweite Sanierung langfristiger hält. Den Besuchern des Parks kann nun bei Führungen wieder ein restaurierter Märchenfries präsentiert werden.

www.gailscherpark.de

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