27. Februar 2019, 22:17 Uhr

Glück für »Evangelen« eine heikle Sache

27. Februar 2019, 22:17 Uhr
Pfarrer Lukas von Nordheim begrüßt Antonia Jacob (l.) und Ute Niedermeyer (r.).

Bereits ihren zweiten Auftritt im evangelischen Gemeindesaal Grünberg hatten soeben Ute Niedermeyer und Antonia Jacob alias »EKHN«, was in diesem Fall freilich für »Evangelisches Kabarett Heiterkeit und Niedertracht« steht. Die Frauen aus Oberursel gelingt es stets aufs Neue, einen humorvoll-augenzwinkernden Blick auf das kirchliche Leben in all seinen Facetten zu werfen.

Seit 2009 touren sie durch die Lande, inzwischen mit dem vierten Programm unterm Motto »Kirche 4.0«. Die Frauen aus Oberursel wollen zum Nachdenken, auch mal zum Widerspruch anregen, nehmen dafür die Gesellschaft und im Speziellen die Kirche satirisch aufs Korn.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Lukas von Nordheim gingen die Protagonistinnen zur Freude der zahlreichen Besucher gleich in die Vollen. Während Antonia Jacob den musikalischen Part übernahm und so manche Facetten des Kirchenlebens ihrer Gitarre anvertraute, gab Ute Niedermayer im besten Kabarettstil mit geschliffenen Worten ihre Erfahrungen mit der Kirche preis – Denkanstöße inklusive. Nicht verschwiegen sei hier, dass es Jacob gelang, gleich fünf anwesende geistliche Herren auf die Bühne zu bitten und sie alle beim Lied »Zogen einst fünf wilde Schwäne« zum Mitsingen und Tanzen zu bewegen. Dies als Parodie auf entsprechende, oft aber misslungene Versuche von Pfarrer und Kantoren. Wie dem auch sei: Singen soll ja der Gesundheit dienlich sein und auch vor Demenz schützen. Niedermayer war hiernach als altgediente Hausmeisterin voll in ihrem Element. Auch berichtete sie als Mitarbeiterin live von der Konfi-Fahrt. Um der Vielfalt der Religionsgemeinschaften ein Schnippchen zu schlagen, schlug sie eine Weltreligion vor und machte dafür gleich Hessisch als geeignetste »Amtssprache« aus. Schließlich schwätze der liebe Gott wie Mama Hesselbach. Weiteres Argument: Der Hesse reduziere die Sprache auf das Wesentliche, etwa wenn er was nicht versteht: »He?!«

Die beiden machten sich auch Gedanken, wie der Gottesdienst in Zukunft aussieht, dass ein Engel nicht weiblich und Glück für die »Evangelen« ein heikles Thema sei. Ganz und gar nicht war Niedermeyer mit dem Geschenk für ihre Ehrung als langjährige Küsterin einverstanden: Sie bekam ein Buch eines asiatischen Mönchs statt des früher üblichen! Der Schlussapplaus verriet: Den Besuchern hat es sehr gefallen. (Foto: dis)

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