16. August 2017, 22:25 Uhr

Gold für 70 Apfelsorten

16. August 2017, 22:25 Uhr
Jochen Stoos (l.) freut sich über die Auszeichnung, verliehen durch Stefan Majer.

Jochen Stoos pflegt seit mehr als 20 Jahren Streuobstwiesen in Allendorf/Lumda. Sein Augenmerk gilt auf hessische Lokalsorten. Für seine Verdienste rund um die hessischen Streuobstwiesen ist er am Dienstag mit dem Goldenen Apfel ausgezeichnet worden.

Stoos nahm die Würdigung auf dem Frankfurter Apfelwein-Festival entgegen. Er pflegt in Allendorf/Lumda rund 220 Obstbäume, 100 Jungbäume und 120 Altbestände. 70 verschiedene Apfelsorten vereinen sich in seinem Bestand. Zudem hat er in den vergangenen acht Jahren 170 Bäume mit vorwiegend alten Obstsorten gepflanzt, zumeist auf eigenen Grundstücken. Seit zwei Jahrzehnten ist er aktiv im Baumschnitt und im Keltern von Säften tätig. Außerdem ist er beliebter Ansprechpartner für Ratsuchende, wenn es um Neuanpflanzungen geht.

»Die Gewinner überzeugten die Jury vor allem mit Vielfalt, Nachhaltigkeit und Sachverstand, mit dem sie sich um die hessischen Streuobstwiesen bemühen«, erklärte der Frankfurter Stadtrat Stefan Majer bei der Preisverleihung.

1000 Euro Preisgeld

Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro teilt sich Stoos mit der Arbeitsgruppe Landschaftsschutz Friedrichsdorf. Beide Gewinner lassen den Betrag in ihr Engagement für die hessischen Streuobstwiesen einfließen. Der Goldene Apfel soll als Symbol für besondere Verdienste um den Schutz und die Pflege der hessischen Streuobstwiesen dienen. Verliehen wird er seit 2007 von der Naturschutz-Akademie Hessen, der MGH Gutes aus Hessen GmbH sowie dem Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien. »Streuobstwiesenschutz ist aktueller denn je«, stellte Albert Langsdorf, Leiter der Naturschutz-Akademie Hessen, bei der Preisverleihung fest. »Das ist auch enorm wichtig, denn unsere Streuobstwiesen bieten Lebensraum für mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten und sind damit wertvolle Biotope.« Stadtrat Majer betonte in seiner Laudatio die große Bedeutung der Streuobstwiesen: »Die Wiesen prägen weite Teile unseres hiesigen Landschaftsbildes. Sie können nur langfristig erhalten werden, wenn eine sinnvolle Nutzung des Obstes gewährleistet wird und ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Obstwiesen geschaffen wird. « Martin Heil, Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien, erklärte: »Wer seine Äpfel zum richtigen Zeitpunkt erntet und zur Kelterei bringt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiese.« (Foto: pm)

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