27. Februar 2019, 22:17 Uhr

Grünes Licht für Pilotprojekt

27. Februar 2019, 22:17 Uhr
Die kleinere Fläche des künftigen gemeinsamen Gewerbegebiets von Ebsdorfergrund, Staufenberg und Marburg liegt zwischen der Ortsumfahrung (Vordergrund, nicht sichtbar) und Heskem im Hintergrund. (Foto: vh)

Ein »Pilotprojekt mit Ausnahmecharakter« nannte Bürgermeister Peter Gefeller in der Sitzung des Stadtparlaments den Vorgang, dass drei Kommunen aus zwei Landkreisen ein Gewerbegebiet gemeinsam entwickeln wollten. Ab Frühjahr entsteht im Ebsdorfergrund entlang der Landesstraße 3048 zwischen Heskem und Wittelsberg die im Endausbau 16 Hektar große Gewerbefläche »Östlich Ebsdorfergrund-Heskem«.

Das Staufenberger Parlament fasste mehrheitlich den Grundsatzbeschluss für die Beteiligung an dem Projekt. Es gab nur zwei Gegenstimmen und eine Stimmenthaltung. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hatte den Stein ins Rollen gebracht und wegen der Gebietsgröße auf Anordnung der Regionalplanung einen Partner, die Stadt Marburg, mit ins Boot geholt.

Der Bürgermeister von Ebsdorfergrund, Andreas Schulz, stand jetzt den Stadtverordneten in Staufenberg Rede und Antwort. Am 1. Mai werde die neue Ortsumfahrung von Heskem eingeweiht. Die L 3125 führt von Mölln kommend mitten durch Heskem und am Kreisverkehr nördlich der Ortschaft auf die L 3048. Die L 3125 fließt ab 1. Mai östlich an Mölln vorbei.

Ein neu gebauter Kreisverkehr oberhalb des vorhandenen verbindet die Straße wiederum mit der L 3048. Der fünfarmige Kreisel erschließt auch das beidseitig der Ortsumgehung befindliche Gewerbegebiet.

Die Erschließungsplanung für den ersten Abschnitt des Gewerbegebiets (acht Hektar) sei abgeschlossen, sagte Schulz. Zum Wochenende hin seien sämtliche Land-Kaufverträge unterschriftsreif. Es habe weder eine Umlegung noch Enteignung gegeben. Wenn 60 Prozent der Gewerbefläche vermarktet seien, könne man für den zweiten Abschnitt (erneut acht Hektar) die Genehmigung beim Regierungspräsidium beantragen.

Schnell weiterentwickeln

Investitionskosten für die Erschließung in Höhe von drei Millionen Euro teilen sich Ebsdorfergrund (1,5 Millionen Euro) sowie Marburg und Staufenberg mit je 750 000 Euro. Die zu gründende Vermarktungsgesellschaft »Interkom« solle ein Stammkapital von 600 000 Euro erhalten. Die VR Bank HessenLand übernehme davon 300 000 Euro, Ebsdorfergrund 150 000 Euro sowie Marburg und Staufenberg je 75 000 Euro.

Die Gesellschafteranteile betragen 55 Prozent für Ebsdorfergrund, für Marburg und Staufenberg jeweils 22,5 Prozent. Die Einnahmen aus der künftigen Gewerbesteuer fließen ebenfalls gemäß dieser Anteile. Die Einnahmen aus Grundsteuer B erhält der Grundeigentümer, die Gemeinde Ebsdorfergrund. Schulz erklärte auf Anfrage, die Kommune hätte im äußersten Fall das komplette Risiko übernommen.

Er sehe gute Vermarktungschancen. Innerhalb von zwei Jahren will Schulz 60 Prozent des ersten Abschnitts vermarktet haben, sodass schnellstmöglich weiterentwickelt werden könnte. Externe Werbung sei nicht vorgesehen. Die drei Bürgermeister sollten das »zur Chefsache« machen. Die Kosten für Ausgleichsmaßnahmen aufgrund von Flächenversiegelung seien bei 3,3 Millionen gedeckelt, erklärte Schulz.

Die CDU-Fraktion, bei der Beratung im Finanzausschuss noch skeptisch, zeigte sich nun überzeugt. Wilfried Schmied verlas eine Stellungnahme. Man sehe gute Chancen für schnelle Einnahmen. Arbeits- und Ausbildungsplätze würden geschaffen. Landflucht werde gebremst. Staufenberg könne trotz dieser Beteiligung auch neue Flächen für das örtliche Gewerbe in Mainzlar ausweisen.

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