06. März 2019, 22:11 Uhr

»Haben keinen einzigen Fisch gesehen«

06. März 2019, 22:11 Uhr
Der Kleebach ist an einigen Stellen äußerst seicht. (Foto: srs)

Eine Karawane zog jüngst entlang des Kleebachs durch Langgöns. Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde nahmen den Bach mit Landwirten, Naturschützern sowie Vertretern der Gemeinde, des Amts für Bodenmanagements und des Angelsportvereins Kleebachtal im Rahmen einer Gewässerschau in Augenschein.

Staudämme, die die Wanderwege von Fischen behindern, und Vogelkästen, die in den Bach gestürzt sind, nahm Lamha Bender von der Unteren Wasserbehörde beispielsweise im Protokoll auf. »Wir haben während der gesamten Gewässerschau keinen einzigen Fisch im Kleebach gesehen«, merkt zudem Günther Oberländer von der NABU-Gruppe Oberes Kleebachtal an. »Da kann man nicht behaupten, die Qualität wäre top.«

Der Nitratgehalt im Wasser sei hoch, behauptet Waltraud Kraffert, die direkt am Kleebach wohnt. »Früher waren im Bach noch Blutegel zu finden«, erzählte sie. In der freien Natur sind Blutegel allerdings in Deutschland längst weitgehend ausgestorben. »Die Qualität des Kleebachs ist an den Messstellen gut«, sagte Dr. Martin Sondermann von der Unteren Wasserbehörde. »Nur bei Oberkleen ist sie eher mäßig.«

Sondermann und Bender untersuchten den gewässerökologischen Zustand des Kleebachs. Wie sind Strömung und Wasserstand? Sind künstliche Hindernisse im Weg? Gibt es Lebensräume für Kleinstlebewesen und Möglichkeiten zur Laich-Ablage für Fische? Derartigen Fragen gehe man nach, erklärte Sondermann.

Die Gewässerschau soll bei Anwohnern des Bachs auch ein Problembewusstsein dafür schaffen, dass zum Beispiel Komposthaufen, Holzlager und Strohballen nicht ans Gewässer gehören. Ablagerungen zu nah am Gewässer können bei Hochwasser abgeschwemmt werden und sich flussabwärts an engen Stellen verkeilen. Auch Abfall gehört nicht ans Gewässer. Hütten, Zäune oder Brücken dürfen den Zugang zum Gewässer nicht behindern.

Grundstück schrumpft

Ein Grundstück in Cleeberg schrumpft derweil, der Kleebach am Rand des Anwesens verbreitert sich, auch infolge von Überschwemmungen. Das Grundstück ist laut Grundbucheintrag 1055 Quadratmeter groß, tatsächlich misst es aber nur noch 1018 Quadratmeter. »Der Kleebach ist gefräßig. Ein Bach lebt und mäandert eben«, sagt Bürgermeister Horst Röhrig.

Die Eigentümerin des geschrumpften Grundstücks wünscht sich einen Rückbau des Bachs. Die Untere Wasserbehörde betont: Eine konkrete Abstandsvorgabe zum Kleebach für eine Bebauung auf dem Grundstück habe man nicht formuliert. »Den Kleebach mithilfe einer Förderung wieder in die Katastergrenzen zu verlegen, wurde seitens der Unteren Wasserbehörde zu keiner Zeit in Aussicht gestellt.« Dies wäre lediglich bei einer weitreichenden Renaturierung im betroffenen Abschnitt des Kleebachs infrage gekommen. Das Ziel aus Sicht der Unteren Wasserbehörde sei, »naturnahe Gewässerstrukturen zu schaffen oder zu erhalten«.

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