07. November 2017, 20:47 Uhr

»Hipo« für abends und nachts?

07. November 2017, 20:47 Uhr
soßdorf_so
Von Rüdiger Soßdorf

Freiwilliger Polizeidienst – das wäre Gerhard Noeske am liebsten für mehr Sicherheit in seiner Heimatgemeinde Wettenberg. Doch mit diesem Modell ist die CDU-Fraktion vor ein paar Wochen bereits zum zweiten Mal in der Gemeindevertretung abgeblitzt. Die Fragestellung bleibt in der Kommune jedoch auf der Tagesordnung: Wie kann für mehr Sicherheit gesorgt werden?

Idee der Grünen bereits im Oktober in der Gemeindevertretung: Zu prüfen, ob ein weiterer kommunaler Ordnungshüter eingestellt werden könnte.

Zu prüfen deshalb, weil eine solche Kraft – anders als der freiwillige Polizeidienst – voll aufs Kostenkonto der Gemeinde schlagen würde. Die Freiwilligen sind Ehrenamtler in den Diensten des Landes und erhalten nur eine Aufwandsentschädigung von aktuell 7 Euro in der Stunde. Ein kommunaler Beschäftigter kostet ein Vielfaches – würde aber eben auch andere, polizeiähnliche Befugnisse haben. Klar eben auch: Es geht hier nicht nur um mehr Personal zum Knöllchen-schreiben bei den Falschparkern, sondern durch Präsenz auch in den Abend- und Nachtstunden oder am Wochenende mehr Schutz vor Vandalismus, mehr Sicherheit. Denn das kann letztlich der derzeit mit dem Strafzettelverteilen beauftragte private Dienstleister in dieser Form jetzt nicht leisten. Oder wenn doch, dann hat es auch einen Preis: »Zusätzliche Stunden auf der Straße kosten mehr Geld«, weiß Bürgermeister Thomas Brunner.

Mehr Leistung kostet mehr Geld

Der Sozialdemokrat Ralf Volgmann fragte im Finanzausschuss ebenso wie dessen Vorsitzende Anuschka Gerlach (CDU): Wenn mehr Effizienz zu erwarten ist – was kostet es? Für CDU-Fraktionsvorsitzenden Noeske ist derweil klar: Es gehe in einer Linie um soziale Kontrolle, und da reiche ein Instrument wie eben der Freiwillige Polizeidienst aus. Zu einem größeren Problem ausgewachsen war die Situation im Frühsommer, als insbesondere in Wißmar und Launsbach Jugendliche mit Sachbeschädigungen auffällig wurden. Da hatte die Kommune kurzerhand den privaten Sicherheitsdienst verstärkt. Das scheint mittlerweile aber auf einem guten Weg: Zu den Jugendlichen ist ein Zugang gefunden: Mit Sozialarbeit und Jugendpflege sowie dank Privatinitiative scheint man da die Angelegenheiten zu richten, berichtete Brunner.

Wie geht es nun weiter? Im Wettenberger Rathaus soll nun geprüft werden, was ein kommunaler Ordnungshüter kostet – und eben auch, ob da interkommunal mit den Nachbarkommunen im Gleiberger Land etwas zu machen wäre?



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos