31. August 2019, 09:00 Uhr

250 Bauplätze

Hungen plant ein neues klimafreundliches Wohnviertel

Wohnen mit viel Grün und Angeboten für alle Generationen, dazu ein hoher energetischer Standard und eine gute Bahnanbindung: Das soll künftig in Hungen möglich sein.
31. August 2019, 09:00 Uhr

Rund 250 Bauplätze, ein neuer Kindergarten, ein Spielplatz, viel Grün, guter Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, verschiedene Wohnformen für alle Generationen und ein hoher energetischer Standard: In Hungen plant man den ganz großen Wurf. Zwischen der Firma Mühl, der Umgehungsstraße und dem Römerviertel soll ein ganz neues Stadtviertel entstehen, in dem der Klimaschutz groß geschrieben wird. Gemeinsam mit der Hessischen Landgesellschaft will die Kommune auf rund 20 Hektar das Baugebiet Hungen-West entwickeln. »Nicht auf einmal, sondern in vier bis sechs Abschnitten«, erläutert Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Baubeginn in einem Jahr?

Der Zeithorizont ist allerdings weit gesteckt. Bis alles fertig ist, werden 15 oder 20 Jahre vergehen. Doch ein Anfang könnte schon bald gemacht werden. Bis Ende des Jahres will die Verwaltung dem Stadtparlament die Entwurfsplanung vorlegen, die städtebaulichen Konzepte sollen bereits im September diskutiert werden. »In einem Jahr oder auch eineinhalb könnten wir mit den ersten Gebäuden beginnen«, schätzt Wengorsch. Eines der ersten Projekte werde ein Kindergarten sein.

Fördermittel vom Land

Für ihr ehrgeiziges Projekt bekommt die Stadt Unterstützung aus Wiesbaden. Allein für die Planung kann Hungen auf bis zu 98 000 Euro aus dem Förderprogramm »Nachhaltiges Wohnumfeld-Konzepte« rechnen. »Wir freuen uns, dass wir in das Programm aufgenommen worden ist«, sagt Wengorsch.

Eine wichtige Rolle für den positiven Entscheid hat seiner Ansicht nach die geplante Reaktivierung der Horlofftalbahn gespielt. Diese Verbindung mache Hungen auch für Pendler, die im Rhein-Main-Gebiet arbeiten, interessant. »Wir spüren die steigende Nachfrage nach Bauplätzen schon jetzt«, sagt der Bürgermeister. »Und diese Nachfrage hat uns zu weiteren Überlegungen herausgefordert.« Dass die Verantwortlichen dabei ihren Blick auf den westlichen Stadtrand richteten, liegt nahe. Das Areal, auf dem das neue Stadtviertel entstehen soll, ist im Flächennutzungsplan als Wohngebiet vorgesehen.

Auch der seit Jahren geforderte Lärmschutzwall entlang der Umgehungsstraße ist ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung von Hungen-West. »Wir sind hier ein gutes Stück weitergekommen«, sagt Wengorsch. Für den Bau soll unter anderem Erdaushub aus Berstadt, wo das neue Rewe-Zentrallager entsteht, genutzt werden. Dank Lärmschutz könne das neue Baugebiet näher an die Umgehung heranrücken. »Dadurch gewinnen wir Fläche«, erläutert der Bürgermeister.

Bislang sind die Pläne noch ziemlich abstrakt. Mit der Entwicklung eines Konzepts wurde nach einem Interessenbekundungsverfahren das ROB aus Schwalbach beauftragt. Mit dieser Planergruppe hat Hungen bereits bei der Stadtsanierung koopertiert, zudem betreut ROB aktuell auch den Stadtumbau westlich der Hungener Altstadt. Wengorsch erhofft sich Synergien aus dem Zusammenspiel beider Förderprogramme.

Verschiedene Wohnformen

In Hungen-West sind Mehrfamilienhäuser, Doppelhäuser und Einfamilienhäuser vorgesehen. Nach den Vorstellungen des Bürgermeisters soll parallel zur Entwurfsplanung auch die Bodenbevorratung durch die HLG beginnen, denn die Stadt hat zwar einige Grundstücke im Planungsgebiet, aber längst nicht alle. »Eventuell sei auch eine Baulandumlegen erforderlich.

Mit Blick auf den demografischen Wandel sollen in Hungen-West alters- und seniorengerechte Wohnformen eine wichtige Rolle spielen. »Wir werden nach Investoren suchen, die daran Interesse haben«, sagt Wengorsch, der sich auch innovative Projekte wie eine generationsübergreifende Wohngemeinschaft vorstellen kann. In einem zweiten Schritt werde man auch die Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau prüfen.

Bevor es auf dem Gelände losgehen kann, haben die Planer allerdings noch ein dickes Brett zu bohren. Im Planungsgebiet verlief vor bald 2000 Jahren der Limes. Die Denkmalpflege wird die Konzepte für das Stadtviertel der Zukunft also ganz genau unter die Lupe nehmen. »Da müssen wir mal schauen«, sagt Wengorsch. Den Kontakt habe man bereits gesucht.

Herausforderung Denkmalschutz

Ein grundlegendes Hindernis für das neue Quartier sieht er aber nicht. »In der Kernstadt sind wir damit für die nächsten 15 bis 20 Jahre safe«, konstatiert Wengorsch mit Blick auf das neue Quartier. »Jetzt müssen wir sehen, was wir in den Ortsteilen machen können.«

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