16. Juni 2019, 21:58 Uhr

In Albach will man jetzt nach vorne schauen

16. Juni 2019, 21:58 Uhr

Gerd Frackenpohls Optimismus war berechtigt: »Wir kriegen das schon auf die Rolle«, hatte er im März gesagt, nachdem der erste Versuch gescheitert war, einen neuen Vorstand für den Förderverein der Feuerwehr Albach zu wählen. Nur ein Rumpfvorstand mit Frackenpohl als Kassierer sowie den Beisitzern Karl-Heinrich Dippel und Rainer Schmitt war seither im Amt. Diesen Dreien ist es gelungen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Seit Freitagabend ist der Feuerwehrverein mit einem kompletten Vorstand wieder voll funktionsfähig. Unter Leitung des neuen ersten Vorsitzenden Rainer Schmitt wollen die Mitglieder nun einen Schlussstrich unter die Querelen der vergangenen zwei Jahre ziehen und den Blick nach vorne richten. Einen Veranstaltungskalender für die kommenden sechs Monate gibt es schon. Auch die Wiederauferstehung des legendären Albacher Oktoberfestes ist nicht ausgeschlossen.

Kurzer Rückblick: Seit der Kontroverse um die Alarm- und Ausrückeordnung und die folgende Schließung des Feuerwehrstandorts Albach war auch der Förderverein nicht mehr zur Ruhe gekommen. Weil eine Verständigung mit der Gemeinde nicht mehr möglich war, trat der alte Vorstand im März zurück. Trotz eines quälend langen Wahlverfahrens gelang es damals nicht, neue Vorsitzende zu installieren. Die Last, geeignete Kandidaten zu finden, ruhte seither auf den drei Mitgliedern des Rumpfvorstandes. Und die haben ganze Arbeit geleistet. Um 20 Uhr hatte am Freitag die Mitgliederversammlung im Albacher Bürgerhaus begonnen, um 20.17 Uhr konnte Wahlleiter Frank Stein den Wahlgang für beendet erklären. Mit 29 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen wurde Rainer Schmitt zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bei jeweils eigener Enthaltung wurden alle weiteren Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. 2. Vorsitzender ist Herbert Oerter, Schriftführer Karl-Heinrich Dippel. Als neue Beisitzer fungieren Robert Waclawcyk und Jens Piornak. Die Wahl zweier weiterer Beisitzer in der kommenden Jahreshauptversammlung ist möglich, sofern sich dafür Bewerber finden. Alle Vorstandmitglieder wurden auf fünf Jahre bis Januar 2024 gewählt. Zwei Jahre wird der ebenfalls neu gewählte Kassenprüfer Kevin Schmitt seine Aufgabe wahrnehmen.

Ortsvorsteher Frank Stein zeigte sich nach der Wahl erleichtert. »Die Feuerwehr war immer der Motor der Vereinsgemeinschaft. Sie muss künftig nicht mehr vorneweg laufen, aber es ist schön, dass sie wieder dabei ist.«

Auf dem Programm der kommenden Monate stehen Fahrten zur Partnerwehr in Limburg-Ahlbach sowie zwei Tagesfahrten zum Winzerfest in Bingen und zum Zwiebelmarkt in Weimar. Außerdem bietet der Verein am 13. September eine dreistündige Unterweisung in Erster Hilfe an, die für Vereinsmitglieder nichts kostet. Im November ist ein Infoabend über Feuerlöscher und Rauchmelder geplant. Die Winterwanderung und das Einsammeln der Weihnachtsbäume, das in diesem Jahr flach gefallen ist, stehen Anfang 2020 auf dem Programm. Möglichst im Januar soll auch die Jahreshauptversammlung stattfinden. Der Vorstand kündigte bereits jetzt an, dass dann über eine Satzungsänderung abzustimmen sein wird. Der Feuerwehrverein mit seinen rund 340 Mitgliedern steht nämlich vor der schwierigen Frage, wie er seinem satzungsgemäßen Zweck - Förderung des Brandschutzes in Albach - künftig nachkommen kann. Eine Einsatzabteilung gibt es ja nicht mehr. Die Diskussion darüber wurde am Freitag allerdings schnell beendet. »Wir sollten den neuen Vorstand erst einmal machen lassen«, riet Maximilian Schmitt. Ehrenvorsitzender Dippel kündigte Gespräche mit dem Amtsgericht und dem Finanzamt über diese Problematik an.

Der Vorstand möchte zudem das beliebte Oktoberfest reaktivieren. Allerdings: »Das geht nur zusammen mit der Vereinsgemeinschaft. Allein schaffen wir es nicht«, bedauerte Dippel mit einem Blick über die gelichteten Reihen gerade der jungen Mitglieder. »Wir waren schon eine schlagkräftige Truppe, aber das sind wir nicht mehr in diesem Maße. Schade, schade.« Ortsvorsteher Stein empfahl, den Blick nach vorne zu richten: Was war, ist vorbei.«

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