12. November 2019, 21:31 Uhr

Ist es wirklich das Ende?

12. November 2019, 21:31 Uhr
Heiko Mattern, Gerold Rentrop und Oliver Reeh halten ihr Publikum bei Laune. (Foto: m)

Etwas Melancholie und Wehmut ist bei den drei Rock-Nacht-Machern spürbar. Es wäre auch schlimm, wenn dem nicht so wäre. Und damit soll jeglichen Spekulationen der Wind aus den Segeln genommen werden. Bevor noch jemand behauptet, es harmoniere nicht mehr im Team. Denn das Gegenteil ist der Fall: Das Dutzend ist voll, aber die Entscheidung ist unwiderruflich. Die zwölfte Rock-Nacht am Freitag, 22. November, ab 20 Uhr im Saal des Landgasthofes »Zum Dünsberg« wird die letzte sein - zumindest in der bekannten Form.

Gerold Rentrop, der an Jahren der Ältere und an PR-Erfahrung Reichere, hatte mit Blick auf sein Älterwerden und sein Engagement in weiteren Ehrenämtern seine beiden Kollegen über seinen Entschluss, auszusteigen, informiert. Immerhin wollte er den beiden geistigen Vätern und Hauptdarsteller der Rock-Nacht - den DJs Oliver Reeh und Heiko Mattern - die Chance geben, sich nach einem neuen dritten Mann umzusehen. »Uns gibt es nur im Dreierpack«, war die Reaktion der beiden, die das Zusammengehörigkeitsgefühl unterstreicht.

Dezent, aber zweifelsfrei wird auf das Ende hingewiesen, denn im Flyer und auf der Homepage liest der aufmerksame Beobachter »This is the End«, ein Titel der Band The Doors, geschrieben von Jim Morrison, aus Anlass der in die Brüche gegangenen Beziehung mit seiner Freundin Mary Werbelow. Da hinkt der Vergleich zwar, denn in die Brüche geht beim Rock-Nacht-Team nichts. Dafür waren die zwölf Jahre auch für die vielen Besucher ein unvergessliches Erlebnis mit zahlreichen Höhepunkten, Besonderheiten, Begegnungen und immer wieder neuen Herausforderungen.

Mit der Zeit hatte sich auch bei der jüngeren Generation herumgesprochen, dass die Rockmusik aus jenen Jahren etwas Unvergängliches hat, und so zählten auch Gäste zum Publikum, die zu Zeiten von Deep Purple, Black Sabbath, Uriah Heep und anderen Größen noch gar nicht geboren waren. Allein mit Blick auf die treuen Fans hat das Team seine Entscheidung rechtzeitig publik gemacht. Vor allem, sagte Gerold Rentrop, wurde auch die Carsten-Bender-Leukämiestiftung bereits im Sommer davon in Kenntnis gesetzt. Denn zum vierten Mal in Folge hat die Rock-Nacht auch als Benefizveranstaltung für die Stiftung eine besondere Bedeutung und Verlässlichkeit. Deshalb werde man bemüht sein, etwas Neues zu kreieren, mit Benefizcharakter zugunsten der Stiftung.

Bei der bevorstehenden letzten Rock-Nacht will man es noch einmal so richtig krachen lassen, aber immer bedacht auf den bewährten Charakter der Veranstaltung: »Sound, Spaß, Spende«. Freier Eintritt, zivile Getränkepreise, gute Musik, Verlosung von fünf Best-of-Doppel-CDs, kleine Überraschungsgeschenke, ein illustrierter Rückblick auf der Leinwand, eingestreut zur Musik, und eine Mannschaft aus Ehren- amtlichen vor und hinter der Theke sollen den Wert und das Erlebnis »Rock-Nacht« auch ein letztes Mal garantieren. Dem Erfindergeist und Tatendrang der drei darf man zutrauen, dass es irgendwann und irgendwie etwas Neues in altbewährter Form gibt.

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