30. September 2019, 21:26 Uhr

Käfer fressen Erlöse auf

30. September 2019, 21:26 Uhr

Im Kuratorium der Laubacher Stadtwaldstiftung ist man über das extreme Wachstum der Käferpopulation infolge der Trockenheit besorgt. »Das außerordentliche Trockenjahr 2018, gefolgt von einem ebenfalls niederschlagsarmen Sommer 2019, begünstigte den Borkenkäfer derart, dass den geschwächten Fichten kaum mehr Abwehrkräfte zur Bekämpfung zur Verfügung stünden«, teilte das Kuratorium der Stiftung in einer Pressemitteilung mit.

Die zehnfache Menge des üblichen Jahreseinschlags bei Fichte - 20 000 Festmeter Holz - wurden Opfer des Borkenkäfers, teilte die KB Forst GmbH auf der jüngsten Kuratoriumssitzung mit. Aber auch die Buchen im Stadtwald litten unter der lang anhaltenden Trockenheit und zeigten bereits eine Fülle von buchentypischen Krankheitsbildern, wie Schleimfluss, Schwammspinner-, Buchenprachtkäfer- und Buchenborkenkäferbefall. Viele alte Buchen, besonders auf Kuppenlagen, seien nicht mehr zu retten.

Dadurch drohe nun auch Gefahr für die Waldbesucher, da abgestorbene Äste jederzeit aus den Kronen herabstürzen könnten. Christian Raupach, Vertreter des Waldbesitzerverbandes im Kuratorium, bestätigt, dass dies waldtypische Gefahren seien, mit denen Waldbesucher zu rechnen hätten. Dennoch sei zur Vorsicht geraten.

Mittlerweile mache der Absatz des Holzes Probleme: Bis in den Beginn des Sommers hätte der Markt das Holz noch gut aufgenommen, aber in den letzten drei Monaten habe das Käferholz derart zugenommen, dass der Holzmarkt kaum mehr aufnahmefähig sei. Der Export nach Fernost stelle derzeit noch eine Vermarktungsmöglichkeit mit nennenswerten Mengen dar. Jedoch seien die Preise für Fichtenholz um die Hälfte gesunken, die Holzerntekosten dagegen gestiegen.

1,5 Millionen Euro für Aufforstung

Dies habe auch auf der finanziellen Seite Folgen: Um die Schadflächen wiederaufforsten zu können, seien größere Rückstellungen an Geldern notwendig. Daher sei zu erwarten, »dass die Stadtwaldstiftung unter Berücksichtigung der kommenden Wiederaufforstung zum ersten Mal in ihrer Geschichte kaum neue Geldmittel für den Stiftungszweck zur Verfügung stellen könne«. Zudem sei damit zu rechnen, dass dies auch in den kommenden zwei Jahren so bleiben werde.

In den nächsten vier bis fünf Jahren rechnet die Stiftung mit Aufforstungskosten von circa 1,5 Millionen Euro. Ein Drittel davon entfalle auf Wildschutzmaßnahmen. Kuratoriumsvorsitzender Dr. Jens Borchers sagte, dass es dringend notwendig sei, das Wild im Wald zu reduzieren.

Trotz der aktuellen Krise zeigte sich die Stadtwaldstiftung in der Pressemitteilung zuversichtlich, die durch die Klimaveränderung bedingten Probleme zu überwinden. Man habe genügend Waldrücklagen gebildet, zudem sei man im Bereich Laubholz gut aufgestellt.

Zudem habe der Bewirtschafter ein Konzept für die Bewältigung der Waldschäden vorgelegt, das eine Beseitigung der Schäden in den nächsten fünf Jahren vorsehe. Dieser Plan wurde vom Kuratorium und Vorstand verabschiedet. Im Anschluss stand eine Waldbegehung auf dem Programm.

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