22. Juli 2019, 10:00 Uhr

Bissspuren am Hals

Kalb in Buseck von Wolf gerissen?

Ein Kalb, Biss- und Fraßspuren am Hals, lag tot auf der Weide von Bauer Jürgen Scheld in Buseck. Noch ist völlig unklar, wie es gestorben ist. Scheld glaubt, dass es ein Wolf gewesen sein könnte.
22. Juli 2019, 10:00 Uhr
Ein Trost bleibt Jürgen Scheld: Das Zwillingkalb des getöteten Tiers ist wohlauf. (Foto: srs)

Blut bedeckte das Gras. Auf der Weide am Wald zwischen Großen- und Alten-Buseck, wo die 80 Milchkühe des Sonnenhofs grasen, lag ein totes Kalb mit Bissspuren am Hals - offenkundig von einem fremden Tier gerissen. »Mein erster Gedanke war, dass das ein Wolf war«, sagt Landwirt Jürgen Scheld. Auch vier Wochen nach dem Vorfall Ende Juni hält er diese Variante für möglich. Mit Spannung erwartet er nun in dieser Woche Ergebnisse von Mitarbeitern des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, die das Kalb untersucht haben.

Zwilling nahm Reißaus

Der Schock saß tief. Die Tochter Schelds machte am Morgen des 24. Juni die schreckliche Entdeckung auf der Weide. Das Zwillingstier des getöteten Kalbs war zudem verschwunden. Beide Kälber waren erst zwei Tage zuvor geboren worden. »Ob es jetzt ein Wolf, ein Luchs oder Hunde waren, wird jetzt untersucht.« Einen Fuchs schließe er aus, sagt Scheld. »Der wäre für das 35 Kilo schwere Kalb zu klein.« So etwas habe er noch nie erlebt.

Genetische Analysen sollen »Täter« überführen

Das tote Tier wurde nach Gießen in das Hessische Landeslabor gebracht. Dort werden unter anderem die Bissspuren analysiert, wie Pressesprecher Dr. Roy Ackmann erklärt. Außerdem werden genetische Analysen vorgenommen, darüber hinaus werde das Kalb auch toxikologisch untersucht.

Nach ersten genetischen Befunden sieht es offenbar nicht danach aus, dass ein Wolf oder ein Hund beteiligt waren - wenngleich der Bericht in dieser Woche abzuwarten ist. »Es ist auch möglich, dass das Kalb an einer Krankheit gestorben ist und dann post mortem von einem anderen Tier angefressen wurde«, sagt Ackmann. Ein Hinweis auf diese Variante ist übrigens, dass ein Ohr des Kalbs angebissen wurde und der Schwanz fehlt - dass ein Aasfresser also Körperteile abgetrennt hat.

Viel Blut verloren

In diesem Punkt allerdings widerspricht der Busecker Landwirt und verweist auf die riesige Blutlache beim Fund des Kalbs. »Ein totes Tier hätte nicht mehr so viel Blut verloren.« Das Kalb sei außerdem bei bester Gesundheit gewesen.

Der Schock und die Befürchtung, dass die Milchkühe auf der Weide in Buseck weiterhin gefährdet sein könnten, wirkt nach. In einem Punkt aber kehrte schnell wieder Erleichterung ein: Das vermisste Zwillingskalb des getöteten Tiers haben die Schelds wieder gefunden. Es ist wohlauf.

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