28. August 2019, 22:26 Uhr

Kein Bürgerbegehren in Laubach

28. August 2019, 22:26 Uhr
Blick auf den Marktplatz: Die Linde bleibt, nur die kleinen Bäume rechts sollen zwecks Wiederherstellung der Sichtachse Engelsbrunnen - Schloss verschwinden. (Foto: tb)

»Eine weitere Beratung zur Neugestaltung des Marktplatzes«, so die Empfehlung von Bürgermeister Peter Klug eingangs der HFA-Sitzung, »könnten wir uns eigentlich sparen.« Wie das? Ohne die Linde, erinnerte nun der Rathauschef an die klare Ansage der Förderstelle (die GAZ berichtete), gäbe es keinen Zuschuss, wäre das zentrale, mindestens eine halbe Million teure Projekt der Stadterneuerung (IKEK) nicht zu stemmen. Dafür aber bekäme man ein Bürgerbegehren, und das würde ganz sicher einen Beschluss kippen, der im Zuge der Neugestaltung der »Guten Stube« den stadtbildprägenden Baum der Säge anheim gäbe.

Der Ausschuss folgte zwar nicht dem Rat Klugs und beriet sehr wohl, doch am Ende stand der - nach den Diskussionen im Vorfeld zu erwartende - einstimmige Grundsatzbeschluss: Der 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht gepflanzte Baum wird nicht - wie von der IKEK-Arbeitsgruppe »Innenentwicklung« zugunsten einer offeneren Platz-Gestaltung empfohlen - gefällt.

Im Vorgriff auf die weitere Detailplanung wurde auf Grünen-Antrag noch eine Ergänzung zum Beschluss empfohlen: Danach dürfen künftig nurmehr Anlieger mit Ziel Storchshof und Grünemannsgasse über den Marktplatz fahren. Die gute Stube selbst wird gemäß Parlamentsbeschluss aus 2018 autofrei. Wie damals ebenso vereinbart, ist zeitgleich ein Ersatz für die entfallenden Stellflächen zu schaffen (jene zur Volksbankseite sind nicht berührt, hier ist allenfalls eine andere Anordnung geplant).

Ein Thema für das Verkehrsgutachten. Nur kann die Verwaltung dieses wohl erst im Herbst in Auftrag geben, da zuvor nicht mit Genehmigung des erst im Juni verabschiedeten Etas zu rechnen ist. Bis zum Beschluss eines der - jüngst nochmals vom Städteplaner Karl-Dieter Schnarr überarbeiteten - Entwürfe dürften daher noch einige Monaten ins Laubacher Land gehen.

Am Dienstag erläuterte Schnarr aber schon mal die drei »neuen« Skizzen. Jene mit Linde - die anderen sahen als »gebotenen Bezugspunkt« eine Skulptur oder einen Brunnen vor - weist eine auch optische Abtrennung des zentralen Bereichs vor. Zum Café und Friseur hin bliebe noch Platz für sechs Verkaufswagen eines Wochenmarktes. Weitgehend auf Zustimmung stieß auch des Planers Rat, die Linde zumindest etwas zu stutzen. Ebenso verhielt es sich bei dessen Anregung, zugunsten einer Wiederherstellung der Sichtachse Brunnen - Schloss die Pflanzbeete zur Volksbankseite zu entfernen. Samt der kleinen Bäume, deren Kronen, wie es im Ausschuss hieß, in Form eines Joghurtbechers oder Klobürste daherkämen. Dass dann aber ein Ersatz für dieser Art Kaschierung der architektonischen Sünden der 60er zu schaffen wäre, mahnte Michael Köhler (Grüne). Dass bei allen Ideen die Interessen des ohnedies darbenden Einzelhandels zu beachten seien, so Siegbert Maikranz (CDU).

Sicher dürfte nach dem klaren Ausschussvotum sein: Das am 19. September tagende Stadtparlament wird dessen Empfehlung folgen und den Grundsatzbeschluss pro Baum fassen. Damit freilich ist die einst geplante Diskussion der Alternative »Mit oder ohne Linde« unter Einbeziehung der Bürgerschaft perdu. Und ebenso kommt es nicht zu jener Szene, die Grünen-Sprecher Köhler für den Fall einer geplanten Fällung avisiert hatte: »Ich kenne neben mir mindestens vier weitere Laubacher, die sich dann an den Baum anketten würden.« Dass es dazu nun nicht kommt, hatte Björn Erik Ruppel (CDU) ausdrücklich bedauert.

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