29. Oktober 2018, 21:12 Uhr

Verdächtige Vollmacht

Kripo ermittelt wegen Wahlfälschung

29. Oktober 2018, 21:12 Uhr

Der Fall eines 52 Jahre alten Mannes, der in Fernwald Vollmachten für die Beantragung von Wahlunterlagen gefälscht haben soll, zieht weitere Kreise. Wie nun bekannt wurde, wurde die Kripo Friedberg auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Gießen im Karbener Rathaus mitten in den Vorbereitungen für die Landtagswahlen vorstellig. Die Beamten informierten Wahlleiterin Martina Harmert vom Verdacht des versuchten Wahlbetruges.

Am Mittwoch vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen einen Friedberger ermittelt und ihm Wahl- und Urkundenfälschung vorwirft. Der Beschuldigte hat bei der Landtagswahl für eine kleine Partei kandidiert. Er soll Vollmachten von zwei Senioren aus Annerod für die Beantragung von Briefwahlunterlagen gefälscht und die Wahlbriefe bei der Gemeinde Fernwald eingereicht haben. Was die Polizei bislang nicht mitteilte: Auch in Karben betreut der Verdächtige einen älteren Mann.

Schriftgutachten in Auftrag

Nach Angaben der Wahlleiterin war die Stadt Karben angehalten, die Vollmacht bei den Briefwahlunterlagen »herauszufischen« und sie dann der Kripo zu übergeben. Dabei sollten nur ganz wenige Leute diesen Wahlbrief anfassen, damit Fingerabdrücke gesichert werden können. Der Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger, teilte nun auf Anfrage mit: »Die Vollmacht wurde herausgefischt und wird der Kripo zugeleitet.« Zudem wolle man ein Schriftgutachten in Auftrag geben.

Die Aktivitäten des Friedbergers waren zuerst in Fernwald aufgefallen. Er soll dort Vollmachten von zwei Senioren aus Annerod – 67 und 69 Jahre alt – für die Beantragung von Briefwahlunterlagen gefälscht und die Wahlbriefe bei der Gemeinde Fernwald eingereicht haben. Dort war man hellhörig geworden, weil der Mann kurze Zeit, nachdem er die Unterlagen abgeholt hatte, mit den ausgefüllten Bögen erneut auftauchte. Am vorletzten Freitag dann durchsuchten Beamte die Wohnräume des als gesetzlicher Betreuer für Senioren tätigen Verdächtigen. Er bestritt bei einer Befragung, Dokumente gefälscht zu haben.

Man sei bei den Ermittlungen gegen ihn noch ganz am Anfang, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Es handele sich um eine Straftat, die in minder schweren Fällen mit einer Geldstrafe und in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden könne.

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