02. September 2019, 21:53 Uhr

Angebliche Microsoft-Mitarbeiter

Kripo warnt vor betrügerischen Anrufen

02. September 2019, 21:53 Uhr

Um etwa 3 000 Euro wurde eine 52 Jahre alte Frau aus Staufenberg »erleichtert«. Sie fiel auf sogenannte »Microsoft-Betrüger« herein. Die Täter hatten sie am vergangenen Donnerstag angerufen und behauptet, dass sie von der Firma Microsoft seien. Nachdem sich die Täter Vertrauen verschafft hatten, gestattete die Staufenbergerin den angeblichen Microsoft-Mitarbeitern Zugriff auf ihren PC über eine sogenannte Fernwartungssoftware. Dabei zeigte die Anruferin angebliche Fehler auf dem Computer auf und bot Hilfe an.

Die Geschädigte ließ sich überreden, einen Vollschutz zu kaufen. Man einigte sich dann, diesen Schutz mittels Online-Banking zu bezahlen. Offenbar gelang es den Betrügern, über die Fernwartungssoftware mehrere Überweisungen zu tätigen. Die 52-Jährige musste mit ansehen, wie mehrere Abbuchungen durchgeführt wurden. Als ihr Zweifel kamen, verständigte sie die Polizei und nahm ihren PC auf Anraten vom Netz. Insgesamt gelang es den Täter, 18 Überweisungen durchzuführen.

Immer dieselbe Masche

Zuletzt kam es im Landkreis Gießen immer wieder zu ähnlichen Anrufen - sie blieben bislang erfolglos. Die Masche dabei ist jedoch immer dieselbe: Die angeblichen - häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden - Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren, mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können.

Das Problem: Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern Sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen. Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen u.a. nach den Kreditkartendaten, oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Unter dem Vorwand, die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie Zugriff auf weitere Zahlungsarten. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Tipps der Polizei

Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.

Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.

Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner, beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

Wenn Sie Opfer wurden: Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn runter.

Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.

Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen.

Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.

Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Microsoft
  • Online-Banking
  • Passwörter
  • PayPal
  • Polizei
  • Staufenberg
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.