30. Oktober 2018, 21:42 Uhr

Kritik verstummt nicht

30. Oktober 2018, 21:42 Uhr

Dr. Eckhard Starke hat Wort gehalten. Der Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen gab am Montagabend in Linden vor den Mitgliedern des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport und Kultur der Stadt Linden den versprochenen Erfahrungsbericht zur Neuregelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) ab. Zur Erinnerung: Ende 2016 waren u. a. die ÄBD-Zentralen in der Großen-Lindener Siemensstraße sowie in Lollar und Grünberg geschlossen worden. Der Bereitschaftsdienst im Kreis Gießen wird seitdem von zwei an Krankenhäusern in Lich und Gießen räumlich angegliederten Zentralen wahrgenommen. Zudem wurden ein Hausbesuchsdienst und eine zentrale Rufnummer (11 61 17) installiert (die AZ berichtete).

Starke verteidigte die Neuregelung auch damit, dass nach der Umstrukturierung die niedergelassenen Ärzte nicht mehr so stark in den Bereitschaftsdienst eingespannt werden. Ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, Medizinern, die sich niederlassen wollen, Praxen im ländlichen Raum wieder attraktiver zu machen. Um die Versorgung auch bei starker Frequentierung zu gewährleisten, sei ein »regionaler Hintergrunddienst« eingerichtet worden. »Wir wollen die Qualität weiter verbessern«, versprach der KV-Vertreter, der einen Blick in die Zukunft warf: »Eines Tages werden wir vielleicht eine Videosprechstunde anbieten.« Damit könnten sich zahlreiche Krankenfahrten als überflüssig erweisen.

Zahlen, wie oft Lindener Bürger den Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen, konnte der Mediziner nicht nennen; es gibt keine Statistiken. Starke berichtete, dass beim ÄBD in Lich an Wochentagen durchschnittlich ein Patient pro Stunde versorgt werde. An Freitagen und Samstagen seien es etwas mehr als doppelt so viel, sonntags etwas weniger.

Trotz der Informationen aus erster Hand waren am Ende nicht alle zufrieden. So stellte Gisela Koch (CDU) für Linden mit Nachdruck fest: »Aber der ärztliche Bereitschaftsdienst bei uns fehlt.« Damit erneuerte sie die beim ersten Besuch Dr. Starkes geäußerte Kritik an der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dem hatte der Mediziner entgegnet: »Man muss weiter fahren, aber wir haben ja den Hausbesuchsdienst.« Zum Schluss betonte er: »Wir werden die Reform nicht rückgängig machen.«

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