05. August 2019, 10:05 Uhr

Bankfiliale schließt

Kunden verärgert: Volksbank schließt Filiale Ettingshausen

Bereits am 13. September schließt die Volksbank ihre Filiale in Ettingshausen. Besonders die Jugendlichen und Senioren sind über diese Entscheidung verärgert.
05. August 2019, 10:05 Uhr
Die Volksbank-Filiale in Ettingshausen: In einigen Tagen sind nur noch ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker in Betrieb. (pad)

Die Volksbankfiliale in Ettingshausen wird geschlossen: Bereits am 13. September soll hier Schluss sein, teilte die Volksbank Mittelhessen auf Nachfrage der »Gießener Allgemeinen Zeitung« mit. Der Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker sollen erhalten bleiben.

Wie eine Sprecherin der Volksbank Mittelhessen erklärte, wolle man weiterhin in jeder politischen Gemeinde mit einer Filiale vertreten sein. Dennoch kämpfe man mit der in den letzten Jahren gesunkenen Kundenzahl am Bankschalter. In Ettingshausen seien die Nutzerzahlen nun so rückläufig, dass eine Schließung wirtschaftlich notwendig geworden sei. Die Kunden werden darüber per Brief informiert. Ihnen werde angeboten, zukünftig von der Filiale in Lich, in Reiskirchen oder einer anderen Volksbank-Zweigstelle betreut zu werden, die an ihrem üblichen Arbeits- oder Einkaufsweg liegt. Hier wolle sich die Bank flexibel zeigen. Weitere Filialschließungen seien derzeit nicht geplant. Die Mitarbeiter aus Ettingshausen würden nun in anderen Filialen eingesetzt.

Ort mit 2000 Einwohner nun ohne Bankfiliale

Ortsvorsteherin Petra Süße sagte, sie habe nicht damit gerechnet, dass ihr Dorf mit 2000 Einwohnern seine Bankfiliale verlieren werde. Zumal auch viele Bankkunden aus Ober-Bessingen, Queckborn und Münster hierher kämen, um ihre Geschäfte zu erledigen. Am Donnerstag wurde sie über die Schließung telefonisch informiert. »Da wird auf die Tränendrüse gedrückt, dass das nicht wirtschaftlich ist. Aber bei einer Genossenschaftsbank sollte das nicht im Vordergrund stehen.« In Ettingshausen sind viele Bürger über die Entscheidung der Volksbank Mittelhessen verärgert. Eine ältere Frau berichtet, sie sei extra von einem anderen Geldinstitut zur Volksbank gewechselt, damit sie ihre Bankgeschäfte zu Fuß erledigen könne. »Und jetzt machen die hier auf einmal zu.« Sie könne kein Auto mehr fahren. »Wie soll ich denn da nach Lich kommen?«

Auch bei jungen Menschen stößt die Filialschließung auf scharfe Kritik: Ein Jugendlicher berichtete, dass er hier sein Taschengeldkonto habe. Er frage sich nun, wie er da herankommen solle. Ein anderer Jugendlicher sagte: »Das ist eine Frechheit, dass die Kinder und Rentner, die keine Auto haben, jetzt nicht mehr zur Bank können.«

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