25. April 2019, 10:00 Uhr

Kriegserinnerungen

Lollarer Kriegserinnerungen sind nun in Berlin

Der Aufruf in der Gießener Allgemeinen Zeitung war erfolgreich: Das Museum für Kommunikation in der Bundeshauptstadt archiviert die Kriegserinnerungen von Willi Munzert aus Lollar.
25. April 2019, 10:00 Uhr
Werner Munzert aus Lollar ist froh, dass die Kriegserinnerungen seines Vaters in Berlin in guten Händen sind. (Archivfoto: jwr)

Vor wenigen Wochen hatte die Gießener Allgemeine über ein eher ungewöhnliches Anliegen berichtet: Werner Munzert aus Lollar hatte sich an die Zeitung gewandt, um einen Archivar zu finden, der die Kriegserinnerungen seines Vaters aufbewahrt. Auf diese war Munzert 1977 nur durch Zufall gestoßen: Als er in seinem Elternhaus den Dachboden durchforstete und das alte Schlafzimmer seiner Eltern zum Sperrmüll stellen wollte, fand er einen zwölfseitigen Brief.

Der Vater hatte ihn 1946 an seine Kinder geschrieben und darin seine Kriegserlebnisse eindrücklich geschildert. Warum sein Vater ihm den Brief nie gezeigt hat, weiß Werner Munzert bis heute nicht – der Vater wollte bis zu seinem Tod weder über diesen Brief noch über den Krieg sprechen.

+++ Lesen Sie hier wie Werner Munzert durch Zufall die Briefe fand +++

Nach dem Beitrag in dieser Zeitung hat Werner Munzert etliche Mails und Anrufe bekommen. »Ein paar wollten einfach nur sagen, dass es ihnen ähnlich ergangen ist« – dass auch in ihrer Familie der Zweite Weltkrieg ein Thema gewesen sei, »über das sonst man nicht spricht«.

 

Etliche Zuschriften und ein Tipp

Außerdem hat der Lollarer Hinweise erhalten, wo er den besonderen Brief seines Vaters archivieren lassen könnte. Eine Leserin aus Grünberg wies ihn auf das Museum für Kommunikation in Berlin hin, das unter anderem Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg sammelt.

Munzert schrieb das Museum an – und bekam prompt eine Rückmeldung: Die Museumsmacher haben großes Interesse an diesem einmaligen Zeitdokument und werden es im Feldpostarchiv aufnehmen. Damit wird es öffentlich zugänglich, für Interessierte und Wissenschaftler gleichermaßen.

Munzert hat das Original des Briefs seines Vaters bereits nach Berlin geschickt. Er musste sich von dem Dokument trennen, in dem alles steht, was er über die Zeit seines Vaters als junger Soldat weiß. »Es ist mir aber nicht besonders schwer gefallen«, sagt der Lollarer. »Meine Kinder hatten kein großes Interesse, das Original aufzubewahren. Nun ist es an einem Ort, wo es für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.« Ganz so, wie er es sich erhofft hatte.

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