23. Dezember 2018, 23:08 Uhr

Luftakrobatik ganz ohne Netz

23. Dezember 2018, 23:08 Uhr
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Aus der Redaktion
Mit dem Nacken in der Tuchschlaufe: Erst relativ spät in ihrer Ausbildung hat Anastasia Makeeva aus Moskau die Leidenschaft für die Luftakrobatik entdeckt.

Anastasia Makeeva aus Moskau ist eine, wenn nicht gar die am höchsten mit Preisen ausgezeichnete Artistin der Gegenwart. Zum Neujahrs-Varieté der Ovag im Dolce-Theater kommt sie mit dem Preisgeld von 20 000 Dollar, die sie beim Internationalen Chinesischen Zirkus-Festival in Zhuhai abgeräumt hat. Kein Wunder. Denn der gefühlvolle, fesselnde Act enthält Elemente des Kunstturnens und der Luftakrobatik, dargeboten am Tuchtrapez, gespickt mit den schwierigsten Tricks, die dieses Genre kennt – ohne Netz und ohne sichernde Longe.

Dem Besucher sträuben sich die Nackenhaare, wenn Anastasia nur mit dem Nacken in der Tuchschlaufe hängt oder sich herabfallen lässt, um im letzten Moment einen Halt im Tuch mit einem Fuß zu finden.

Ein kleiner Rebell

Anastasia komplettiert das 45-köpfige Aufgebot von Artisten aus 14 Ländern beim Internationalen Neujahrs-Varieté vom 10. Januar bis 4. Februar. Aufgrund der enormen Nachfrage ist nun eine weitere, die insgesamt 47. Show angesetzt worden. Die Ovag rechnet insgesamt mit 34 000 Besuchern – ein neuer Zuschauerrekord.

»In jedem steckt ein kleiner Rebell! Die sprunghafte Ader war in meiner Jugend zum großen Bedauern meiner Eltern ausgeprägter als bei anderen meines Alters«, erinnert sich Makeeva, die in Moskau als Tochter eines Wissenschaftlers und einer Ärztin geboren wurde. Ihr Bekenntnis übersetzt: Sie probierte sich zunächst aus. Vom Studium der Musik über die Filmmusik bis hin zur Zirkusschule. Nach einem kurzen Abstecher in die Welt des Films und der Regie entschied sie sich für die Ausbildung beim Großen Moskauer Staatszirkus.

Erst im letzten Jahr dieser Ausbildung entdeckte sie ihre Passion für die Luftakrobatik. »Für mich ist diese Kunstform nicht nur ästhetisch, sondern zugleich atemberaubend und herausfordernd.« Rasch flog sie in die Weltspitze ihrer Disziplin: Bronzener Clown beim Internationalen Zirkus-Festival in Monte Carlo, Gold beim Festival im französischen Massy, Silber beim Moskau International Youth Festival, jeweils Bronze bei den Festivals in Latina (Italien) und in Prag.

Nun also Bad Nauheim: »Es war schon lange mein Wunsch, einmal in diesem großartigen Theater und in diesem fantastischen Ensemble aufzutreten. Jeder in der Artistenwelt weiß um die Qualität dieser Produktion.« Bislang aber scheiterte ein Engagement an dem dicht gepackten Terminkalender von Anastasia.

»Die Inspiration für Choreografien hole ich mir oft aus der Kunst«, erzählt sie. »Besonders die Skulpturen des französischen Bildhauers Auguste Rodin faszinieren mich. So versuche ich die Körperhaltung der Figuren in meine Nummer einzubauen.« Ihre weiteren Pläne? »Ich werde wohl noch einige Jahre als Artistin auftreten und dann eine internationale Business-Schule besuchen.« (Foto: pm)

Eintrittskarten gibt es in der Geschäftsstelle der Gießener Allgemeinen Zeitung in Gießen (Marburger Straße 20) sowie unter www.tickets- wetterau.de oder bei der Ovag.



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