06. Mai 2019, 21:27 Uhr

»Machine Gun Preacher« sieht Kirchen in der Pflicht

06. Mai 2019, 21:27 Uhr
Sam Childers hat mittlerweile sieben Schulen in Afrika gegründet. (Foto: jow)

Der Film »Machine Gun Preacher« machte ihn weltberühmt: Sam Childers war nun auf Einladung der Chrischona Gemeinde in Hüttenberg zu Gast. Childers hat in Afrika Waisenhäuser und Schulen gegründet, ist nun hier als Missionar aktiv. Den Besuchern berichtete er von seiner spannenden Arbeit.

Aus den Anfängen im Sudan seien weitere Projekte in Äthiopien, Uganda und Süd-sudan hinzugekommen. Childers benannte ein Dilemma. In den sogenannten Dritte-Welt-Ländern müssten die Kinder mit 15 Jahren die Einrichtungen verlassen. Ein Großteil von ihnen lande in der Prostitution. »Viele Kirchen vor Ort mögen mich nicht wegen meiner großen Klappe. Aber ich gebe der Kirche die Schuld an dem aktuellen Zustand. Mehr als 95 Prozent der Waisenhäuser wurden von der Kirche erbaut.«

Childers bemängelte, dass sich die Kirchen um kleine Kinder kümmere und sie rette, aber sie dann in der Teenagerzeit einfach wegschicke. In diesem Alter seien sie nicht mit der Schule fertig. »Ich bin seit 24 Jahren in Afrika. Wir wussten, dass wir das Land mit Schulbildung verändern können.« Er habe mit seinen Mitarbeitern mittlerweile sieben Schulen aufgebaut. Die achte Schule werde gerade fertiggestellt. Es gehe nicht darum, den Menschen Fisch auszugeben, sondern ihnen beizubringen, wie man Fisch fängt. Neben einer guten Ausbildung gehe es darum, den Menschen den christlichen Glauben näherzubringen.

13 000 Mahlzeiten pro Tag

Childers berichtete, dass im Norden Ugandas Jugendliche dafür geschult würden, wie man Land bestellt, Traktor fährt und repariert. Mit den Projekten für Kinder, Teenager und Erwachsene habe seine Mission viele Erfolgsgeschichten gefeiert. Er fordere die Kirchen auf, auch Projekte für junge Frauen zu etablieren. In 24 Jahren habe er zudem 40 Brunnenbohrungsprojekte umgesetzt. Von einem Brunnen könnten 1000 bis 5000 Menschen leben. Das Speiseprogramm habe mit 22 Menschen begonnen, mittlerweile würden 13 000 Mahlzeiten pro Tag ausgegeben. »Afrika hat alles, was sie brauchen, um zu funktionieren. Wir müssen ihnen die nötige Struktur geben.« Außerdem gehe er auch in die Kriegsgebiete, um dort mit den Leuten zu reden.

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