19. Juli 2019, 10:05 Uhr

Schlaglöcher und Risse

Marode Landesstraßen um Buseck »nicht mehr verkehrssicher«

In der Gemeinde Buseck sind zahlreiche Landesstraßen marode. Doch seit Monaten wartet der Bürgermeister auf eine Antwort von Hessen Mobil, wann und ob sie repariert werden.
19. Juli 2019, 10:05 Uhr
Eckhard Körber und Bürgermeister Dirk Haas (r.) würden lieber heut als morgen die Ortsdurchfahrt von Großen-Buseck sanieren lassen. Doch bislang gibt es keinen Gesprächstermin mit Hessen Mobil. (Foto: pad)

Es ist ein Problem, mit dem fast alle Kommunen im Landkreis kämpfen: marode Straßen. Für alle Fahrbahnen, die als Bundes-, Landes- oder Kreisstraße eingeordnet sind, ist dabei die jeweilige Stadt oder Gemeinde gar nicht zuständig. Ansprechpartner sind je nach Straßenart der Landkreis oder die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Dass der Ansprechpartner nicht antwortet, kritisiert die Gemeinde Buseck.

Für den Zustand der Straßen findet Eckhard Körber deutliche Worte: »Meines Erachtens gibt es Bereiche, die nicht mehr verkehrssicher sind.« Er ist Fachbereichsleiter Bauen bei der Gemeinde Buseck. Bürgermeister Dirk Haas kann das nur bestätigen. Erst vor Kurzem ist er die Landesstraße zwischen Großen-Buseck und Beuern mit dem Rad gefahren. Die Randbereiche sind kaputt gefahren, bei Regen läuft das Wasser nicht mehr richtig ab, sondern sammelt sich in den Mulden auf der Fahrbahn. Zudem haben sie tiefe Risse, sodass sie für Fahrräder kaum nutzbar sind. »Das ist lebensgefährlich, weil man Gefahr läuft zu stürzen«, sagt der Bürgermeister.

Substanzielle Probleme

Die Straße zwischen Großen-Buseck und Beuern ist nur eine von vielen Straßen, die solche Schäden aufweisen. Haas nennt als weitere Beispiele die Gießener Straße in Alten-Buseck sowie die Bismarckstraße in Großen-Buseck, die deutliche Auflösungserscheinungen zeigen. Wegen der Landesstraße 3126 zwischen Rödgen und Großen-Buseck wurde er bereits mehrfach von Bürgern angesprochen, die nicht verstehen, warum bei der letzten Sanierung vor einigen Jahren die Fahrbahn verschmälert, jedoch die Bankette nicht befestigt wurde. Bei Begegnungen von großen Fahrzeugen, etwa Bus und Lkw, müssen diese auf den Randstreifen ausweichen und sorgen dort für tiefe Gräben. Kommt etwa ein Führerscheinneuling von der Fahrbahn ab und gerät in solch einen Graben, wird es kritisch.

Seit Jahren macht auch die L 3128 zwischen dem Gewerbegebiet Großen-Buseck und der B 49 Probleme, sagt Haas. Regelmäßig wird hier geflickt, da die Straße nachgibt und sich immer wieder neue Löcher auftun. Die Straßenmeisterei tue hier ihr Bestes - doch sie könne das Grundproblem nicht lösen. »Die Straße hat ein substanzielles Problem«, sagt Körber. »Da stimmt es im Unterbau nicht.« Eine grundhafte Sanierung ist bislang nicht in Sicht.

Seit März keine Antwort

Über die kaputten Straßen, aber auch Lösungsvorschläge für manche Bereiche sowie einen möglichen Zeitplan, wollte Haas gerne mit Hessen Mobil sprechen. Bereits im März hatte er einen Gesprächstermin angefragt - ohne bislang einen zu bekommen. Auch den Präsidenten von Hessen Mobil hat er bereits angeschrieben. Hier kam die Antwort am gestrigen Donnerstag kurz vor dem von Haas angesetzten Pressetermin.

Neues war dem Schreiben nicht zu entnehmen. Darin stand nur, was die Gießener Allgemeine bereits vor zwei Wochen berichtete: Die Straßen sind nicht in der aktuellen »Sanierungsoffensive« des Landes enthalten. »Bis zum Jahr 2022 wird es daher von Seiten des Landes keine Erneuerung dieser Landesstraßen geben«, teilte Hessen Mobil damals auf Nachfrage mit. Gegenüber der Gemeinde Buseck entschuldigte man sich nun lediglich, dass noch kein Gespräch zustande gekommen sei. Man brauche jedoch noch mehr Vorbereitungszeit.

In Buseck ist man vorbereitet: Für die marode Ortsdurchfahrt von Großen-Buseck im Bereich Pfingstweg/Schützenweg/Tankstelle kann sich die Kommune vorstellen, im Rahmen der Sanierung die große Kreuzung in einen Kreisel umzuwandeln.

Während Haas mit Hessen Mobil hart ins Gericht geht, gibt es von ihm lobende Worte für den Landkreis Gießen. Hier werde auf die Anfragen reagiert. Die Sanierung der Kreisstraße zwischen Trohe und Alten-Buseck sei sehr gut verlaufen.

Dass von heute auf morgen alle Straßen repariert werden, erwarte man ja gar nicht, sagt der Bürgermeister. Nur müsse es möglich sein, darüber zu sprechen.

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