14. November 2017, 13:00 Uhr

Paten gesucht

Mit 150 Euro Vergangenheit bewahren

Der Verein für Archäologie im Gleiberger Land bittet um Unterstützung bei der Restaurierung von Funden aus keltischer Zeit, die rund um den Dünsberg gemacht werden.
14. November 2017, 13:00 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
Ausnahmsweise mal nicht keltisch, sondern aus dem späten Mittelalter: Am Dünsberg wurde auch eine so genannte »Bauernwehr« geborgen; ein einschneidiges Messer aus der Zeit der Bauernkriege im frühen 16. Jahrhundert. Rund 2000 Jahre alt ist derweil die keltische Münze vom Dünsberg (kleines Bild). (Fotos: so)

Eisen rostet – vor allem dann, wenn das Metall nach gut 2000 Jahren im Boden plötzlich Luft und Licht ausgesetzt wird. Die vornehmlich ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins für Archäologie im Gleiberger Land fördern am Dünsberg immer wieder Funde aus der Zeit um Christi Geburt – oder noch ältere Stücke – ans Tageslicht. Zum einen bei den regelmäßigen Grabungen im Sommer, zum anderen aber eben auch durch Zufallsfunde: Denn sehr viele Stücke liegen am Dünsberg ganz dicht unter der Erdoberfläche. Da reichen ein Holzrückefahrzeug oder ein Traktor im Wald oder ein umstürzender Baum, um Schwerter, Fibeln, Lanzenspitzen oder eben auch Keramik der Vergangenheit zu entreißen.

Verfall stoppen

Die Funde müssen dann möglichst zeitnah zum Restaurator, um den Verfall zu stoppen – und das kostet Geld: Deshalb wirbt der Verein aktuell wieder für sogenannte Fund-Patenschaften: Gesucht werden interessierte Menschen, die mit einer Spende von mindestens 150 Euro (gerne auch mehr) den Erhalt eines Fundstückes ermöglichen. Die erhalten nach der Restaurierung eine Urkunde; eine Kopie davon wird zusammen mit dem Exponat im Museum »KeltenKeller« in Biebertal ausgestellt.

Museum in Rodheim

Der Dünsberg war vor mehr als 2000 Jahren von Kelten besiedelt, und diese hatten Kontakt zu den Truppen Roms. Spannende Ergebnisse und Erkenntnisse brachten die Forschungen in den 1990er und frühen 2000er Jahren, als Prof. Karl-Friedrich Rittershofer von der Römisch-Germanischen Kommission eine große Grabungskampagne organisierte. Seinerzeit formierte sich auch der Archäologieverein, der heute rund 150 Mitglieder zählt und in den vergangenen Jahren die Forschungen in kleinerem Umfang fortgeführt hat. Er betreibt auch seit 2007 das Museum »KeltenKeller. Das Museum ist am jeweils ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet, sowie nach Absprache – auch mit Führungen, digitalen Präsentationen und Vorträgen. Neben der Ausstellung von Original-Funden aus den Ausgrabungen am Dünsberg werden ein reichhaltiges Spektrum an Literatur zum Dünsberg sowie Repliken von Originalfunden angeboten. Eintritt frei.

Kontakt zum Verein für Archäologie im Gleiberger Land, um eine Fundpatenschaft zu übernehmen: 2. Vorsitzender Arnold Czaski, Tel. 06409/2338 oder aczarski@gmx.de



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