16. Juli 2019, 22:17 Uhr

Mit einem Schnappschuss

16. Juli 2019, 22:17 Uhr
Wie ein Gemälde wirkt die stimmungsvolle Aufnahme von Ernst Moritz, die er 2012 in Griechenland machte. (Fotos: Moritz/ws)

»Früher habe ich nur geknipst. Initialzündung für mein kreatives Fotografieren war ein Zufallsfoto in Monemvasia auf Peloponnes in Griechenland im Jahr 2012. In der Abendstimmung hatte ich Menschen, die in einem Restaurant zum Essen waren, mit Fischern, die vor dem Anwesen auf dem Wasser in einem Boot ihre Netze flickten, ohne Stativ fotografiert«, erinnert sich Ernst Moritz aus Wißmar.

»Mein Name ist Ernst, aber ich bin nicht so«, konstatiert er, Jahrgang 1955 und im Saarland geboren, humorvoll. 34 Jahre war er Soldat bei der Bundeswehr. Ihm fehlte die »kreative« Seite. »Nach der Bundeswehrzeit wollte ich Fotografieren und Kochen lernen. Ich habe mir eine Nikon D 90 gekauft und einige Fotokurse in Gießen besucht, um Tipps und Tricks kennenzulernen. Heute mache ich allerdings mein eigenes Ding«, so Moritz.

Auch Video-Dokumentationen

Seit einigen Jahren ist er mit seiner Frau Doris immer ein halbes Jahr in Griechenland und sechs Monate zu Hause in Wißmar. Ziel ist das 400-Einwohner-Dorf Dounaika auf Peleponnes. »Bei jedem Aufenthalt haben mich die Motive gefunden und nicht umgekehrt. Ich gehe an vielen Sachen vorbei und denke: Hier ist was, was fotografiert werden will und lasse mich inspirieren.« Inzwischen hat Ernst Moritz über 10 000 Fotos gemacht, jedes Mal mit besonderer Inspiration und dem Blick für die Details und Lichteinfälle in der Gesamtkomposition.

Seine Motivauswahl ist vielfältig und reicht von Makro-Aufnahmen bis zu Panoramafotos. Landschaften, Natur, Menschen, auch Tiere und zufällig entdeckte Motive und Momente gehören zu seinem fotografischen Schaffen. »Meine Motivation beim Fotografieren ist es, bei dem Betrachter meiner Fotos ohne lange Erklärungen positive Gefühle und Emotionen zu erzeugen«, ist die Philosophie von Ernst Moritz.

Zu seinen Liebingsfotos gehören sein Initialfoto in Monemvasia, die Sonnenuntergänge am Meer und ein Motiv, das er erst vor fünf Wochen fotografierte, als er mit seinem roten Jeep unterwegs war: Eine verfallene und seit 50 Jahren verlassene Eremitage, die ein Einsiedler zwischen zwei Felsen baute mit einem kleinen Wasserfall vor der Haustüre. »Dies ist auch ein Symbol für den Verfall«, so Moritz.

»Ich unterstütze die fotografische Leidenschaft meines Mannes«, sagt Doris Moritz und freut sich über die Leidenschaft, mit der ihr Gatte mit der Kamera zugange ist. Für den Betrachter entfalten die Bilder ihre Wirkung auf Leinwand in den großen Formaten bis zu 120 mal 80 Zentimetern. Ernst Moritz hat auch schon im KuKuK in Wettenberg und bei anderen Werkschauen ausgestellt und für seine Fotos viel Anerkennung erhalten. Seine nächste Vernissage ist am Freitag, 19. Juli, um 15 Uhr bei »Cura Vitam« in Gießen, Am alten Flughafen.

Einen Monat später bricht Moritz mit seiner Gattin Doris wieder nach Griechenland auf und bleibt bis Dezember, um neue faszinierende Panoramen, Tiere und Objekte zu fotografieren. Unterwegs wird bei den Fahrten nach Griechenland auch Station in Verona, der Toskana oder am Gardasee gemacht.

Außerdem wird Moritz eine Dokumentation in Wort und Bild - auch als Video - über die Ernte der Oliven und die Olivenöl-Herstellung fertigen. Er hat bereits eine Dokumentation über die Holzkohleherstellung auf Kreta in Szene gesetzt. Seine neue Homepage www.fomo-inspiration.de ist zurzeit noch im Aufbau.

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