29. Oktober 2019, 21:43 Uhr

Mundart-Duo trifft Berliner Schnauze

29. Oktober 2019, 21:43 Uhr
»Veronika« (r.) beobachtet die »Bousseldande«: Neben allerhand landwirtschaftlichen Gerätschaften findet sich auch der ehemals geliebte Teddy auf dem Dachboden. (Foto: siw)

Ovationen und zweimal ausverkauftes Dorfgemeinschaftshaus in Trohe: »Wenn wir die Kühe im Stall so eng stellen würden, wie ihr hier jetzt sitzt, bekämen wir Ärger mit dem Tierschutz.« Das sagten - natürlich in Dialekt - die »Bousseldande«. Das Mundart-Duo sorgte auf Einladung des Landfrauenvereins Alten-Buseck am Samstag und am Sonntag mit aberwitzigen Dialogen und köstlicher Mimik für Lachsalven am laufenden Band.

Zu Jochen Strunk und Klaus Wolf gesellte sich später noch »Veronika«, alias Julia Oeffinger, eine echte Berliner Schnauze. Alle drei können nicht nur schauspielern, sondern auch wunderbar singen.

Witzige und berührende Szenen

Die erste Szene spielte sich im Publikum ab. Eine(r) im schicken Kostüm mit Hütchen, die (der) andere in derben Schuhen und Kittelschürze lieferten sich ein Rededuell, das die lachenden Gäste offensichtlich auch ohne Dolmetscher verstanden. Die schicke Dame suchte vergeblich nach Mann Nr. 5 auf »Mein Schiff«, in den Reihen der Besucher wurde sie schnell fündig. Die Magd meinte, man könne auch in der Kurzzeitpflege im Busecker Johanniterstift »Mannsleut’« kennenlernen. »Die kannst du dir für später aufheben«, konterte die andere. Zu den nächsten Szenen wechselten die Akteure das Outfit und zogen auf die Bühne um, die als Bauernstube herausgeputzt war.

Eine Geschichte aus dem insgesamt jeweils dreieinhalbstündigen Programm: Für den geplanten Speicherausbau musste kräftig »ausgemistet« werden. Während das »Veronika« nicht schwerfiel, hatte die Oma ein Problem damit. »Wir wohnen seit Generationen unter diesem Dach, sind nie umgezogen und nicht abgebrannt, da sammelt sich halt viel an.« Im Übrigen sei das kein Gerümpel, sondern Erbgut. Und das halte man in Ehren.

Traurig war die Szene um eine alte Blechtasse. Oma: »Aus der hat Hermann immer seine Milch getrunken. Ich seh’ ihn noch vor mir stehen … drei Monate später kam der Brief. Er war mit gerade mal 23 Jahren fürs Vaterland gefallen.« Stille im Saal.

Anstatt zum Sperrmüll kam dann alles in die Scheune zur Lina-Gote, da ist Platz. Ein Abend, der noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

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