28. April 2017, 17:38 Uhr

Abschied

Nach erfolgreicher OP zurück in den Kosovo

Der 14-jährige Valmir ist nach seiner erfolgreichen Hüft-OP in den Kosovo zurück gekehrt. Am Donnerstag hat er von seinen vielen Helfern in Ettingshausen Abschied genommen.
28. April 2017, 17:38 Uhr

Valmir hat drei bewegende Monate hinter sich: Er ist an der Hüfte operiert worden. Er hat zum ersten Mal seit Jahren keine Schmerzen mehr. Er kann wieder ohne Krücken laufen. Und ihm ist viel Hilfsbereitschaft, Zuneigung und Unterstützung zuteil geworden. Jetzt ist sein Aufenthalt in Ettingshausen und der Flugplatzsiedlung zu Ende gegangen. Gemeinsam mit seinem Vater Ali hat Valmir am Freitagmorgen in Frankfurt ein Flugzeug bestiegen und ist zurück in den Kosovo geflogen, wo seine Mutter und seine fünf Geschwister sicher schon sehnsüchtig auf ihn warteten.

Am Donnerstagabend aber wurde im Bürgerraum der Ettingshäuser Flugplatzsiedlung noch ein großes Abschiedsfest gefeiert, gedacht auch als Dankeschön für all die Menschen, die dem 14-Jährigen die Operation und die Genesung in Deutschland ermöglicht hatten.

Kurze Rückblende: Valmir war mit einer Fehlstellung der Hüfte zur Welt gekommen. Weil das Leiden im Kosovo nicht angemessen behandelt werden konnte, suchte die Familie ihr Heil in der Emigration. Doch der Asylantrag wurde abgelehnt, die Eltern und die sechs Kinder mussten im vergangenen Sommer zurück. Vor allem vier Frauen, die Valmir während seiner Zeit in der Flüchtlingsunterkunft in der Flugplatzsiedlung ins Herz geschlossen hatten, sorgten dafür, dass der Jugendliche Ende Januar doch noch in Deutschland operiert werden konnte. Ihren vielen Unterstützern konnten sie nun eine gute Nachricht überbringen. Valmir war zur Abschlussuntersuchung in der Klinik in Dortmund; die Ärzte seien mit seinen Fortschritten überaus zufrieden gewesen.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Bevor es sich alle bei Waffeln, Grilwürstchen und albanischen Spezialitäten gut gehen ließen, verteilte Valmir rote Rosen an seine vielen Unterstützer, die mit Zuwendung, praktischer Hilfe, Sachspenden und Geld geholfen hatten. Bewegend fiel der Dank des 14-Jährigen an seine »vier deutschen Mütter« aus. An Heide, seinen »Kapitän«, die alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um die OP zu ermöglichen. An Elke, die ihn mit leckerem Essen verwöhnte. An Margit, die alles für ihn getan hat. Und an Ulla, bei der er wohnen durfte und die ihn auch schon im Kosovo besucht hat. Immer zur Stelle waren als Osteopath und Physiotherapeutin Toni und Kerstin Tiniakos. Eine enge Beziehung ist in den vergangenen Woche auch zu den Landsleuten vom Gießener Fußballverein FC Besa entstanden. Die Sportler hatten gesammelt, die Spende, die sie zum Abschied überreichten, soll Valmirs Familie beim schwierigen Neustart im Kosovo helfen.

Und Valmir? Der hofft auf ein Wiedersehen mit seinen deutschen Freunden. Voraussichtlich im kommenden Sommer soll in Dortmund auch seine andere Hüfte operiert werden. Die Schiefstellung des Beckenknochens und die unterschiedlichen Beinlängen sollen dann dauerhaft korrigiert werden. Bis dahin wird er sich der 14-Jährige aufs Lernen konzentrieren müssen. Im Mai stehen Prüfungen für die Aufnahme in die weiterführende Schule an. Die muss er bestehen. Das hat er seinem »Kapitän« versprochen.

Weil das staatliche Gesundheitsamt in Pristina nach zahlreichen Anträgen nun doch Geld für Valmirs Behandung in Deutschland zur Verfügung gestellt hat, ist die Finanzierung der zweiten Operation bereits gesichert. Gesucht werden noch Gastgeber, die Valmir und seine Mutter im Sommer 2018 für mehrere Wochen aufnehmen könnten. (us/Foto: us)

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