14. August 2019, 05:00 Uhr

Neue Buslinie 38? So sollen die südlichen Ortsteile Pohlheims besser angebunden werden

Die südlichen Stadtteile Pohlheims sind vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt. Doch nun tut sich etwas: Noch in diesem Jahr soll ein Konzept stehen, um Dorf-Güll, Holzheim und Grüningen besser - und stündlich - an den Busverkehr anzubinden.
14. August 2019, 05:00 Uhr
Die Anbindung der Ortsteile wie Holzheim an den Busverkehr ist verbesserungswürdig - darin sind sich die Pohlheimer Fraktionen einig. (Foto: fak)

Wer in Dorf-Güll, Holzheim oder Grüningen lebt, schimpft des öfteren über den öffentlichen Nahverkehr. Zu sehr sind die südlichen Pohlheimer Stadtteile abgehängt, was die Busanbindung angeht. Nun allerdings soll sich etwas tun. Eine neue Buslinie ist angedacht, die stündlich durch die Dörfer fahren könnte und eine regelmäßige Verbindung nach Watzenborn-Steinberg schaffen soll. »Wir kommen sicher in diesem Jahr zu einem Ergebnis«, sagte Bürgermeister Udo Schöffmann am Montag in der Sitzung des Bauausschusses.

Angedacht ist eine neue Linie 38 mit einem Fahrzeug, das im Rundverkehr unterwegs wäre - und zwar stündlich, montags bis freitags zwischen 8.30 Uhr und 18 Uhr sowie samstags von 9.30 Uhr bis 19 Uhr. Gerhard Muth-Born vom Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) stellte einen Entwurf vor, über den die Pohlheimer Fraktionen nun in den kommenden Wochen beraten werden.

Stationen wären dem Entwurf zufolge Elsternhorst, die Arnsburger Straße und Am Südhang in Dorf-Güll, die Kirche und Schälgärten in Holzheim sowie in Grüningen die Kirche, die Taunusstraße und der Marsteiner Hof. Der Bus würde außerdem am Rathaus, in der Neuen Mitte, am Bahnhof sowie Auf der Brücke in Watzenborn-Steinberg Halt machen.

Relativ wenige Haltestellen wären ideal, sagte Muth-Born. Ziel seien vor allem eine schnelle Anbindung an Watzenborn-Steinberg und dort dann am Bahnhof und Auf der Brücke eine günstige Umstiegsmöglichkeit in Richtung Gießen. Sonntags würde der Bus laut Entwurf nicht fahren. »Die Nachfrage ist relativ gering.«

Die Stadt Pohlheim müsste die Kosten tragen. Die angedachte neue Buslinie »geht über die Daseinsvorsorge hinaus«, erklärte Muth-Born. Eine Mitfinanzierung durch die Verkehrsgesellschaft Oberhessen oder den ZOV sei daher nicht möglich. Muth-Born empfiehlt außerdem, den RMV-Tarif für die Linie anzuwenden. »Sonst könnte eine Konkurrenzsituation entstehen, und der RMV würde vermutlich Einspruch erheben.« Der Vorteil: RMV-Tickets und auch Schülerkarten zum Beispiel wären in dem Bus gültig.

Zur Höhe der Kosten für die Einführung der Linie sagte Muth-Born nichts. Zunächst seien Vorschläge aus den Fraktionen abzuwarten, sagte er. Nach jetzigem Plan wären 2121 Personalstunden im Jahr für den Fahrer zu kalkulieren, erklärte er. Kosten hängen zudem stark vom Fahrzeug ab, auf das man sich dann festlege.

»Ein guter Entwurf«, sagte Schöffmann. Man werde nun intern darüber diskutieren. »Es geht um eine finanzierbare Lösung«, betonte der Bürgermeister.

Der Entwurf stieß im Bauausschuss auf verhaltenes Wohlwollen, festlegen wollte sich noch keine Fraktion. »Im Kern ist es gut«, sagte Reimar Stenzel von den Grünen. »Ein guter Anfang.« Eine große Herausforderung werde sein, ein Konzept zu erstellen, »das gut von den Bürgern angenommen wird.« Ulrich Engel von der CDU-Fraktion erklärte, der Entwurf enthalte »viel Gutes«. Die Diskussion dürfe sich »nicht nur um Wirtschaftlichkeit« drehen.

Klimaschutzmanager gesucht

Seit vielen Jahren bereits beschäftigen sich die Fraktionen mit der Frage, wie die südlichen Stadtteile besser in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können. Nun endlich deutet sich für die Bürger in Dorf-Güll, Grüningen und Holzheim eine Verbesserung an.

Thema im Bauausschuss war am Montag auch, wie der Klimaschutz im politischen Alltag stärker in den Mittelpunkt rücken könnte. Die Grünen wollen einen öffentlich tagenden Klimabeirat ins Leben rufen. Dieser soll beispielsweise bei Neubauprojekten, zum Thema des öffentlichen Nahverkehrs und in der Frage des Landverbrauchs mitdiskutieren können. Ein Vetorecht gegen Beschlüsse des Stadtparlaments soll das Gremium nicht haben. Ziel wäre außerdem, einen Klimafahrplan zu erstellen. Im Beirat sollen neben dem Bürgermeister und einem weiteren Vertreter des Magistrats Abgeordnete aller Fraktionen des Stadtparlaments sitzen.

Bürgermeister Schöffmann lehnte den Vorschlag der Grünen ab. »Wir müssen etwas für’s Klima tun«, räumte er ein. Und Pohlheim sei durchaus aktiv, forste auf, stelle Photovoltaikanlagen auf und schaffe Blühflächen.

Statt eines ehrenamtlichen Beirats wolle Pohlheim zudem einen hauptamtlichen Klimaschutzmanager in der Verwaltung einstellen. Der Posten ist ausgeschrieben, er ist für den Stellenplan im kommenden Jahr vorgesehen. In der Verwaltung könne der Klimaschutz »professioneller« gestärkt werden, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Ulrich Sann. »Beides ist sinnvoll, widersprach Hafemann von den Grünen. Die Entscheidung im Stadtparlament über den Klimabeirat könnte spannend werden. Nur die CDU stimmte am Montag dagegen.

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