03. März 2019, 09:00 Uhr

Geduldprobe für Bahnfahrer

Noch kein Ende der Umwege am Bahnhof Grünberg

Mit der Modernisierung des Bahnhofs Grünberg geht es nicht so zügig voran, wie von der Bahn zugesagt. Die Unterführung ist statt im Dezember im April fertig, erst dann haben die Umwege ein Ende.
03. März 2019, 09:00 Uhr
Blick in die Unterführung mit einem der neuen Aufzüge. (Fotos: tb)

»Kaum zu glauben: Ein Ende der Bauarbeiten ist bereits in Sicht. Die Modernisierung und der barrierefreie Ausbau befindet sich in den letzten Zügen« – so ist es auf einem Schild am Grünberger Bahnhof zu lesen. Seit dem Herbst schon steht es da, am provisorischen Zugang zu Gleis 1, wo die Züge der Hessischen Landesbahn (HLB) in Fahrtrichtung Fulda halten.

Was das Schild, freilich nicht mehr ganz so taufrisch, offenbart: Der Zeitplan der Bahn war nicht zu halten, insbesondere mit der reklamierten Fertigstellung der Unterführung »voraussichtlich bis Weihnachten« hat es nicht geklappt. Ärgerlich vor allem für Fahrgäste mit dem Ziel Gießen, müssen sie doch einen Umweg von gut 500 Metern bewältigen, um zum Gleis 2 zu gelangen.

 

650 000 Euro für die Aufzüge

 

Ihr Weg führt dabei über den beschrankten Bahnübergang in der Londorfer Straße und den Stangenröder Weg, am Ende müssen sie noch einen Schotterweg zum Bahnsteig hinter sich bringen. Gut, für regelmäßige Kunden ist dies ein kleineres Problem, die Arbeiten schließlich laufen bereits seit dem Frühsommer 2018, sie haben sich darauf eingestellt. Anders verhält es sich bei sporadischen Bahnfahrern und schon gar für Menschen mit Mobilitätseinschränkung.

»Sie wissen doch, wie’s in der Branche aussieht« – die Frage der Gießener Allgemeinen Zeitung nach den Gründen der mehrmonatigen Verzögerung bei der Unterführung trifft bei der Pressestelle der Deutschen Bahn auf mittelgroßes Unverständnis. Gerade beim Ausbau von Bahnhöfen mache sich die überhitzte Baukonjunktur und der Facharbeitermangel bemerkbar: »Bei der Vielzahl von Fachgewerken kommt es schon mal vor, dass für einen oder mehrere Arbeiten eine zweite Ausschreibung erforderlich wird, da auf die erste kein einziges Angebot einging.« Entsprechend komme es zu Verschiebungen im Bauzeitenplan. Was die für die Kunden so wichtige Unterführung betrifft, rechnet man jetzt mit einem baldigen Ende der Arbeiten. Der Bahnsprecher: »Ende März, Anfang April – sofern nichts dazwischenkommt.«

Wenn auch vier Monate später, liegt das Fachgewerk nun aber in den letzten Zügen. Aktuell werden Sandstrahlarbeiten ausgeführt, darauf folgen letzte Arbeiten an der Decke des unterirdischem Übergangs. Mitte März soll der Bodenbelag ein- und gleichzeitig die neue Beleuchtung angebracht werden.

Auch die Arbeiten an den beiden Aufzügen – dank ihnen gibt es künftig eine barrierefreie Verbindung zwischen den Gleisen beziehungsweise mit dem Ausgang – sind in vollem Gang, aktuell wird die Maschinentechnik eingebaut. »Die Herstellerfirma geht von einer baulichen Fertigstellung noch im März aus«, heißt es dazu aus der DB-Pressestelle. Sofern technisch abgenommen, könnten die Fahrstühle im April, spätestens im Mai in Betrieb genommen werden. Danach fehlen im Gewerk »Unterführung«, inklusive neuen Treppenaufgängen, nurmehr die Wandfliesen. Laut Pressesprecher sind sie bestellt, hängt es von der Lieferung ab. Der Handwerker benötige rund acht Wochen Vorlauf, der »Tunnel« aber müsse für diese Arbeiten nicht mehr geschlossen werden.

 

Bahnsteige um 55 Zentimeter angehoben

Die Gesamtkosten der Bahnhofsmodernisierung wurden im März 2018 mit 3,1 Millionen Euro veranschlagt, davon allein 650 000 Euro für die Aufzüge. Die Stadt hat einen Eigenanteil von zehn Prozent zu erbringen.

Die weiteren Arbeiten im Einzelnen: Anhebung der Bahnsteige um 55 Zentimeter, Errichtung von Zuwegungen, Rampen sowie zweier Aufzüge zwecks Barrierefreiheit; Bau von vier Wetterschutzhäusern und Bahnsteigdächern; Installation neuer Beleuchtungsanlagen und eines neuen Info-Wegeleitsystem. Der barrierefreie Zugang ins Empfangsgebäude – in dem 2017 an privat veräußerten Anwesen befindet sich der Fahrkartenschalter – führt um das Anwesen herum. Wegen der Niveauanhebung des Bahnsteigs ward eine Rampe angelegt.

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