01. Juli 2017, 18:00 Uhr

Bürgermeisterwahl

Patricia Ortmann schnuppert Höhenluft

Zum Wahlkampfauftakt sind die Freien Wähler mit ihrer Kandidatin Patricia Ortmann auf Burg Vetzberg zusammengekommen. Wie auch immer es ausgeht: Sie freut sich auf 2018.
01. Juli 2017, 18:00 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
Wahlkampfauftakt mit Aussicht: Patricia Ortmann legte vor Freien Wählern und einigen weiteren interessierten Bürgern ihre Ideen dar. (Foto: so)

Das Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen braucht ab dem kommenden Jahr eine neue Geschäftsführung; die Stelle ist soeben ausgeschrieben worden. Die ersten Bewerbungen um die Nachfolge von Patricia Ortmann sollen bereits auf dem Weg sein. Denn die Gießenerin will im kommenden Jahr Bürgermeisterin in Biebertal sein. Sie tritt bei der Wahl am 24. September an, um Thomas Bender zu beerben. Und wenn es für Ortmann nicht klappt im September?

Immerhin ist erst eine Wahl zu gewinnen, bei der der parteilose Amtsinhaber eine dritte Amtszeit anstrebt, die Union ihren lokalen Fraktionsvorsitzenden Thomas Cramer ins Rennen schickt und die SPD Thomas Borke aus Lützellinden nominiert hat. Damit geht Ortmann ganz selbstbewusst um: Unabhängig vom Ausgang der Wahl in Biebertal hat sie bereits zu Beginn des Jahres ihren Vorstand sowie Landrätin Anita Schneider informiert, dass sie zum 31. Dezember 2017 als Geschäftsführerin aufhören will. Ihr anderes berufliches Standbein, die Moderationen und Beratungen, laufe »prima«. Ortmann: »Also egal wie es im Herbst ausgeht, ich freue mich auf 2018!«

Unerwegs auf den Dörfern

Patricia Ortmann war die erste Bewerberin ums Bürgermeisteramt, die nominiert wurde. Sie ist unabhängig, wird aber von den Freien Wählern getragen. In Königsberg und Frankenbach war sie bereits mit Bürgern unterwegs. Am Freitag vergangener Woche läutete sie nun offiziell den Start in den Wahlkampf ein mit einem Rundgang durchs Dorf Vetzberg und anschließenden Gesprächen auf dem Plateau der Burg. Rund zwei Dutzend Bürger waren gekommen; überwiegend Freie Wähler oder Nahestehende, zudem der lokale Ortsvorsteher Siegfried Hauska (SPD) und die Vetzbergvereins-Vorsitzende Gabriele Wölfl. Im großen Bogen präsentierte die Kandidatin das ganze Portfolio ihres Programms von Familienbad-Ideen über Tourismus-Bemühungen bis hin zur Neudefinition der Rolle einer Verwaltung.

Nicht nur die großen Themen

Wobei die Biebertaler ihr in der folgenden Diskussion zeigten, dass es nicht immer nur die vermeintlich »großen« Themen sind, die bewegen. Sondern die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt von Rodheim oder die ungepflegten Kreisel zwischen Biebertal und Heuchelheim. Hans-Jürgen Strackbein weiß da, wovon er spricht. Die langjährige FW-Gemeindevertreter wohnt mitten in Rodheim und verweist angesichts von mehr als 8000 Autos täglich in der Ortsdurchfahrt auf sinkende Wohnqualität – »bei steigender Grundsteuer«. Ortmann konnte da zwar keine konkrete Abhilfe zusagen, sprach aber davon, Verkehrsfragen ortsteil-übergreifend in den Blick zu nehmen.

Hallenbad soll erhalten werden

Übergreifend auch ihr Ansatz in Sachen Hallenbad: »Das Familienbad in Biebertal ist unbedingt zu erhalten«, postuliert die Kandidatin, schließlich sei es das einzige Hallenbad im Gleiberger Land, mithin für Biebertal ein Alleinstellungsmerkmal. Da bedürfe es eines mit den anderen Kommunen abgestimmten Nutzungskonzepts, denn auch für deren Bürger sei es wertvoll. Zudem erhöhe das Bad die Attraktivität Biebertals als Naherholungsort, schlägt sie die Brücke zu einem Tourismuskonzept.

Eine klare Absage erteilte die Kandidatin einmal mehr Windrädern in der Gemarkung, plädiert stattdessen für Tourismus und Naherholung. Ihre Stichworte da: »Wundervolle Landschaft«und »Paradies vor der Haustür«.

Dies gelte es zu bewahren. Gleiches soll für die Infrastruktur in den Dörfern gelten, so sie noch vorhanden ist. Ihre Idee: Kleine Betriebe nach Biebertal zu holen. Konkret hat sie da die frühere Zigarrenfabrik im Blick, die heute den Bauhof beherbergt. In diesen Räumlichkeiten könnte Ortmann sich gut Start-Up-Unternehmen vorstellen. Generell plädiert die für das Beleben und Stärken der Ortskerne, setzt darüber hinaus auf weiteren Zuzug, indem Bauland dem Bedarf entsprechend ausgewiesen wird.

Was viel mehr als bislang genutzt werden müsse: »Das Anzapfen von Fördertöpfen. Viel offensiver sollten Förderanträge gestellt werden; die sei wichtig für eine finanziell eher schwache Kommune.



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