22. Juli 2018, 21:38 Uhr

Per Anhalter um die ganze Welt

22. Juli 2018, 21:38 Uhr
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Aus der Redaktion
Open-Air-Kino in Laubach: Mit knapp 200 Besuchern waren’s die Veranstalter vom Kino Traumstern zufrieden. (Foto: dis)

Seit nunmehr über zwanzig Jahren bereits findet, immer wieder im Juli, das Freilichtkino im Laubacher Schlosspark statt. Anfangs am Rosenrondell des gräflichen Anwesens, seit vielen Jahren bereits auf der Bühne am Kiosk. Lange Zeit erstreckte sich das vom Licher Kino »Traum-stern« organisierte Programm aus Live-Musik und Film über drei Tage, doch waren die Besucherzahlen zuletzt rückläufig.

Heuer beschränkte sich das Angebot daher auf einen Tag, genauer auf uf den Samstagabend, der aber stieß auf große Resonanz: An die 200 Besucher waren gekommen, um sich mit einem Konzert von »Mala Isbuschka« auf den Abend einzustimmen. Bei Einbruch der Dunkelheit hieß es dann »Film ab!« für den Programmkino-Hit der letzten Monate, »Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt«.

Musikalische Einstimmung

Mit traditioneller Musik aus Ost- und Westeuropa, aber auch aus Zentralasien vermochte das vierköpfige Ensemble »Mala Isbuschka« sein Publikum zu verzaubern. Mit exotisch-authentischen Instrumenten, mit denen die Musiker eine große Klangfülle erzeugten, nahmen sie ihr Publikum mit auf eine Reise in ferne Länder und fremde Kulturen. Aramäische, isländische, ukrainische, mazedonische oder ungarische Volks- und Liebeslieder erfüllten da den Park, vor über 150 Jahren im Stile eines englischen Landschaftsgarten angelegt.

»Mala Isbuschka« sind Daria Kharashilova (Geige, Streichpsalter), Markus Wach (Kontrabass, Balaleika, Domra und weitere Instrumente, Lena Borchers (Akkordeon, Melodika, Shruti Box) und Moritz Weissinger (Perkussion, Doumbeck, Daf, Riqq und weitere Instrumente).

In dem Dokumentarfilm »Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt« schildern Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser ihre Erfahrungen auf einer Reise um die Welt. Nach dreieinhalb Jahren und über 97 000 Kilometer waren die Freiburger wieder nach Hause zurückgekehrt. Von Neugierde und Spontanität begleitet, erkundeten sie die Welt, ohne einmal einen Flieger zu besteigen. So kamen sie auch mit einem kleinen Budget aus. Der unmittelbare Kontakt zu den Menschen, deren Alltag sie als Anhalter intensiv kennen lernten, steht stets im Fokus. Jede Fahrt in einem anderen Auto beschert eine neue ungeplante Geschichte.

Die Regisseure und zugleich Protagonisten verschweigen keineswegs die Schwierigkeiten auf ihrer Weltreise, Witterungseinflüsse, Passprobleme und manch vergeblicher Versuch, eine Mitfahrgelegenheit zu finden, setzten ihnen zu. Die Erfüllung ihrer Reise finden sie mit der Geburt ihres Sohnes Bruno in Mexico. Mit ihrem Kleinen legten sie dann die letzte Etappe, von Spanien ins heimatliche Freiburg, zurück – zu Fuß.

Ein Film, der zeigte, dass man mit Mut, Offenheit für das Fremde und den Glauben an sich selbst sein Glück finden kann. Der Applaus am Ende des Films kurz nach Mitternacht machte hörbar, dass diese außergewöhnliche Doku den Nerv des Publikums getroffen hat. Die Bewirtung hatte in diesem Jahr die Prinzengarde des TSV Freienseen übernommen.



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