02. Juli 2019, 22:17 Uhr

Plädoyer fürs »Dabeisein«

02. Juli 2019, 22:17 Uhr

Rabenaus Gemeindevertreter haben sich am Freitag gegen eine weitere Beteiligung am Projekt »Dabeisein im Lumdatal« ausgesprochen. Acht Ja- und acht Neinstimmen sowie zwei Enthaltungen standen am Ende zu Buche - somit hatte das Plenum, wie bereits der Gemeindevorstand zuvor, die Vorlage abgelehnt. Wie Bürgermeister Florian Langecker erklärte, will er zunächst mit seinen Amtskollegen über das weitere Prozedere sprechen. Er erinnerte hier an den Vorschlag des Staufenberger Kollegen Peter Gefeller, die Kosten nach Einwohnerzahlen aufzuteilen; geschätzt würde das für Rabenau eine Minderung des Aufwands von jetzt 7000 auf rund 4000 Euro bedeuten.

Den Ausstieg der von argen Finanznöten geplagten Rabenau greift Gefeller in einer Pressemitteilung auf: »Im Wesentlichen geht es bei dem Projekt um zwei Fragen: Wie fördern wir den Demokratiegedanken in unserer Bevölkerung und wie binden wir die Jugendlichen aus unseren Dörfern ein? Gefragt sind dabei Ideen, die völlig überalterte Kommunalpolitik für junge Menschen attraktiv zu machen. Ohne sich engagierende junge Menschen werden wir zukünftig keine Kommunalpolitiker mehr haben. Ohne sich engagierende junge Menschen geben wir damit zugleich aber auch das Recht auf unsere freie Selbstverwaltung einfach auf. Wollen wir das wirklich? Wollen wir uns zukünftig nur noch fremdbestimmt regieren lassen? Sollen künftig ›Staatskommissare‹ entscheiden, welche Kita oder welche Sporthalle geschlossen wird? Ich will das nicht!«

Beteiligung soll gestärkt werden

Allein diese wenigen Beispiele zeigten deutlich, dass die Gesellschaft weiterhin junge Menschen in der Verantwortung brauche. Dabei müsse man auf deren geänderte Lebenslagen und ihre Ansprüche eingehen. Gefragt sei ein neugieriger, unvoreingenommener Blick auf junge, an der Politik interessierte Menschen mit ihren unterschiedlichen Gewohnheiten und Kulturen.

Genau dieser Blick auf die Jugend sei einer der Gründe für die Gründung des Projekts gewesen. Gerade jungen Menschen wolle man so die aktive Teilhabe ermöglichen. »Ziel war und ist es weiterhin, in allen Lumdatal-Kommunen die Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft zu verbessern.«

Gerade in Zeiten eines weltweit erstarkenden Rechtspopulismus, der auch in Deutschland immer stärker um sich greife und das gesellschaftliche Klima vergifte, wolle man die Beteiligung der Bürger vor Ort stärken. Wo Rechtspopulisten versuchten, die Gesellschaft zu spalten, solle man den Zusammenhalt stärken und die gemeinsame Ausarbeitung von Lösungen fördern. Demokratie bedeute Mitarbeit aller Mitglieder einer Gesellschaft am Gemeinwesen und die Übernahme von Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Staat. Diese Verantwortung bestehe für alle Menschen gleichermaßen, egal ob hier geboren oder gerade erst zugezogen.

Gefeller schreibt abschließend: »Wo demokratische Beteiligung nur theoretisch gelehrt wird und nur der oberflächliche Eindruck einer Beteiligung erzeugt wird, kann demokratisches Lernen und Übernahme von Verantwortung nicht gelingen. Und genau deshalb brauchen wir überall im Lumdatal eine Fortsetzung des Projekts ›Dabeisein‹«.

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