23. Juni 2019, 19:22 Uhr

Präsident auf Abschiedsreise

23. Juni 2019, 19:22 Uhr
HWK-Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk erläutert der Vollversammlung Einzelheiten aus dem Geschäftsbericht, links der scheidende Präsident Klaus Repp. (Foto: sel)

Nach zehn Jahren als Präsident der Handwerkskammer Hessen ist Klaus Repp auf Abschiedstour. Der Langgönser, der im August 70 Jahre wird, tritt für das Amt im September aus Altersgründen nicht mehr an. Nun hat er zum finalen Mal als Präsident das »Parlament des Handwerks« besucht.

Die 141. Vollversammlung der Handwerkskammer im Berufsbildungs- und Technologiezentrum »Arnold-Spruck-Haus« in Wetzlar war die letzte unter dem Vorsitz Repps. Im Mittelpunkt stand dabei die Bedeutung der Meisterqualifikation im Handwerk.

Die Ausbildungszahlen seien in den meisterfreien Berufen zum Teil dramatisch zurückgegangen, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk. Ein Hauptgrund aus seiner Sicht: Im Jahr 2004 machte die damalige rot-grüne Bundesregierung in einer Novelle der Handwerksordnung 53 Gewerke - und damit etwa die Hälfte aller Berufe des Handwerks - »meisterfrei«. Erklärtes Ziel war seinerzeit, den Zugang zu einer selbständigen Handwerkstätigkeit zu erleichtern. Dieser Schuss sei aber nach hinten losgegangen, kritisiert Mundschenk. Als Folge sei auch die Qualität angebotener und ausgeführter Handwerksleistungen zurückgegangen. Nach nun anderthalb Jahrzehnten und steter Appelle seitens des Handwerks sei in der Politik aber mittlerweile die Erkenntnis gereift zumindest in Teilen dieser 53 Gewerke die Meisterqualifikation wieder zur Pflicht zu machen.

Auf Bundesebene soll nach Informationen des Hauptgeschäftsführers noch vor der parlamentarischen Sommerpause ein Referentenentwurf und bis Oktober ein Gesetzesentwurf vorliegen. Mundschenk hofft, dass eine Entscheidung im Sinne des Handwerks bis zum Jahresende 2019 fallen wird.

Millionensumme für Modernisierung

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Pott berichtete der Versammlung von der Weiterentwicklung der Berufsbildungs- und Technologiezentren in Wiesbaden und Wetzlar. Insbesondere das Zentrum am Wetzlarer Dillufer habe eine gute Entwicklung hinter sich und schreibe wieder schwarze Zahlen. Knapp vier Millionen Euro sind in dessen Modernisierung gesteckt worden.

Im Rahmen der Vollversammlung wurden Siegfried Huhle und Ottmar Hutzenlaub mit der silbernen Ehrennadel der Kammer ausgezeichnet. Die Ehrenmedaille wurde Uwe Barby, Horst Kau, Manfred Köhler, Ralf Lenz und Keith Ulrich verliehen.

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