15. August 2019, 22:41 Uhr

Ruppertsburger Kulturgüter

15. August 2019, 22:41 Uhr
Wiltrud Stock erläutert die Geschichte der Grabsteine im Hintergrund. (Foto: gjo)

Die Geschichte der Firma Buderus ist eng mit Ruppertsburg und Friedrichshütte verwoben. Über Jahrhunderte - bis 1933 - standen hier auch die Grabsteine der Familie. Dann mussten sie nach Hirzenhain umziehen. Nun sind sie wieder zurück in Rechtenbach.

Der Umzug der Steine hatte gleich mehrere Gründe, erläuterte Holger Parr, Vorsitzender des Heimatkundlichen Kultur- und Geschichtsvereins, bei einer historischen Wanderung mit 50 Besuchern. Der Denkmalschutz und die Firma Buderus forderten damals, dass die Steine nicht mehr im Freien stehen sollten. Sie waren 1933 saniert worden und sollten nun vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt werden.

Der Kirchenvorstand sprach sich dagegen aus, die Grabsteine in der Kirche aufzustellen. So wurden sie in das Kunstguss-Museum nach Hirzenhain gebracht. Dort verblieben sie 24 Jahre. Als sich Buderus als Teil der Firma Bosch-Thermotechnik aus Hirzenhain zurückzog, bestand die Chance auf Rückführung, welche der Heimatkundliche Kultur und Geschichtsverein gerne nutzte, sagte Parr.

An ihren alten Standort im Pfarrgarten hinter der Kirche, der bis 1814 der Ruppertsburger Friedhof war, kehrten die Steine jedoch nicht zurück. Hier erinnert eine Kunstgusstafel an die Steine.

Suche nach Aufstellort

Vorstandsmitglied Wiltrud Stock berichtete, dass sich nach der Rückkehr der Grabsteine die Suche nach einem Aufstellort schwierig gestaltete. Der Kirchenvorstand lehnte weiterhin das Aufstellen in der Kirche ab. Doch die leerstehende, da nicht mehr genutzte Leichenhalle auf dem Friedhof konnte hierfür hergerichtet werden. Sie war eine weitere Station des Rundgangs.

Die Grabmäler seien ein wertvolles kulturhistorisches Gut für Ruppertsburg, sagte Stock. Sie erinnerten daran, dass die Wurzeln der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Firma Buderus hier liegen. Es handelt sich um sieben Grabmäler, welche für Mitglieder der Buderus-Familie errichtet wurden. Dies sind Johann Wilhelm Buderus I. (Firmengründer 1690 bis 1753), Anna Katharina Buderus (erste Ehefrau 1700 bis 1730); zwei Kinder des Ehepaares Buderus. Johann Wilhelm Buderus II. (1740 bis 1806); eine Ruppertsburger Pfarrersfamilie (Verwandte der Buderus-Familie), sowie eine weitere Pfarrersfamilie.

Auch einen Abriss der Geschichte von Buderus in Ruppertsburg gab Stock. 1731 übernahm Johann Wilhelm Buderus die Friedrichshütte als Pächter. Seit 1717 war er Hüttenverwalter des damaligen Pächters Neuburger. Eigentümer waren die Laubacher Grafen. Nach dem Tode ihres Mannes führte ab 1753 Elisabetha Magdalena Buderus den Betrieb weiter. Sie war eine der ersten Unternehmerinnen im deutschsprachigen Raum. 1807 erfolgte die Gründung der Societät J.W. Buderus Söhne, welche bis 1870 von weiteren Generationen fortgeführt wurde. Die Firma war sehr erfolgreich und die ländliche Infrastuktur der Friedrichshütte reichte bald nicht mehr aus. Buderus verlegte seinen Firmensitz nach Hirzenhain, Lollar und Wetzlar. 1870 übernahm Julius und nach ihm Adolph Römheld Teile der von Buderus zurückgelassenen Anlagen als Pächter vom Grafen. Noch heute wird in Friedrichshütte Eisen verarbeitet.

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