28. Januar 2019, 22:17 Uhr

Scheitern ist keine Schande

28. Januar 2019, 22:17 Uhr
In die Langgönser Klagemauer kann man Zettel mit Sorgen und Wünschen stecken.

»Scheitern erlaubt« – das war das Thema des etwas anderen Gottesdienstes in der Jakobuskirche in Langgöns am Sonntag. Neben Musik und Gesang gab es auch eine Art kleinen »Poetry-Slam«, der die Besucher auf eine Reise zu verschiedenen Stationen zu dem Thema »Scheitern« mitnahm.

Eigentlich ist Scheitern ein Thema, über das man sich nicht so gerne Gedanken macht und das dem ein oder anderen vielleicht auch ein wenig peinlich ist. Doch hier konnte man sich mal ganz unbefangen damit auseinandersetzen. Fragen wie »Wann bin ich schon einmal gescheitert?« oder »Woran scheitere ich vielleicht auch in meinem Alltag immer wieder?« begleiteten den Gottesdienst.

Durch die musikalische und abwechslungsreiche Gestaltung musste sich hier niemand dafür schämen, sich selbst vielleicht den ein oder anderen Fehler einzugestehen und loszulassen. Dafür gab es auch eine kleine Hilfe: Am Eingang zur Kirche wurden kleine Zettel an die Besucher ausgeteilt. Auf diese konnten sie ihre Sorgen und Wünsche, aber auch andere Gedanken aufschreiben und – ganz nach dem Vorbild in Jerusalem – anonym in eine kleine »Klagemauer« stecken, welche extra für diesen Gottesdienst in der Kirche aufgebaut wurde.

Auch Pfarrer Achim Keßler berichtete über ganz persönliche Erfahrungen mit dem Thema »Scheitern«, wie er damit umgeht und was er in der Vergangenheit daraus gelernt hat. Unter anderem verwies er in seiner Predigt auch auf die Handball-Weltmeisterschaft, denn auch und besonders bei solchen Veranstaltungen kann es wichtig sein, einen Rückschlag zu verarbeiten. Beim Thema scheitern könne sich ein Blick in die Bibel einmal lohnen, so der Pfarrer. So wurde im Gottesdienst auch thematisiert, welche wichtigen Personen in der Bibel auf welche Art scheiterten und ob oder wie Gott einen jeden auffangen kann, wenn man mal das Gefühl hat, zu fallen. So oder so könne der Gottesdienst für viele Menschen als eine »Tankstelle« fungieren, wo man sich mal von allen Sorgen und dem Druck, den man sich vielleicht auch selbst macht, frei machen kann und neue Kraft und Energie für die Zukunft zu tanken, sagte Keßler.

Im Anschluss an den besonderen Gottesdienst konnte man noch zum Mittagessen in den Räumen des Gemeindesaales bleiben und sich austauschen. Weiterhin konnte man sich am Ausgang der Kirche ein kleines Holzplättchen mitnehmen, welches man immer bei sich tragen und in Momenten, in denen man sich Verlassen oder wertlos fühlt, als Erinnerung an diesen aufbauenden Gottesdienst herausholen kann.

Am 7. April findet der nächste besondere Gottesdienst dieser Art in Langgöns statt, dann unter dem Motto »Gott first«. Und die voll besetzte Kirche am vergangenen Sonntag spricht bereits jetzt schon für eine gute Resonanz auf das neue Programm der Langgönser Kirchengemeinde. (Foto: lbh)

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