23. Oktober 2018, 22:03 Uhr

Schüler haben bereits gewählt

23. Oktober 2018, 22:03 Uhr
Die Beteiligung an der »Juniorwahl« ist an der CBES hoch. (Foto: est)

Anlässlich der Landtagswahlen wurde am gestrigen Dienstag in der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) fleißig gewählt. Keine Sorge, Sie als Leser haben den Wahltag nicht verschlafen. Die Clemens-Brentano-Europaschule nahm lediglich am Projekt »Juniorwahlen« zur Demokratieförderung teil.

Der gemeinnützige Verein Kumulus rief das bundesweite Projekt 1999 ins Leben. Dieses Jahr nehmen 260 hessische Schulen teil. Unter der Leitung von Klassenlehrer Matthias Payer organisierte die Klasse 10a die Juniorwahlen an der CBES. Dort wählten gestern, begleitend zum derzeitigen Lehrplan, die Klassen zehn und zwölf. Auch die zehnten Klassen der Zweigstelle Allendorf waren gekommen, um die Landtagswahlen und Volksentscheide zu simulieren.

Täuschend echte Simulation

Vorbereitung, Wahlakt und Nachbereitung – alles übernahmen die Jugendlichen der 10a, um ihren Mitschülern praxisnahen Einblick in politische Teilhabe zu ermöglichen. Schließlich dauert es nicht mehr lange, bis es wirklich in die Wahlräume geht. Seit den Herbstferien plante die Klasse im Politikunterricht den Aufbau und Ablauf der Wahlen. Wählerverzeichnis, Informationsstand, Ausgabe der Stimmzettel, Wahlkabinen, Wahlvorstand und versiegelte Wahlurnen lassen die Simulation täuschend echt wirken.

Matthias Payer brachte das Projekt mit an die Schule. Als Lehrer für Gesellschaftswissenschaften freut er sich über die Aufgabe, den Schülern in einem geschützten Umfeld zu zeigen, was es bedeutet, wählen zu dürfen. »Demokratie gibt es nicht umsonst. Man muss dafür arbeiten«, erklärte er. Die Schüler ließen sich von seinem Engagement und Enthusiasmus anstecken. Dementsprechend hoch war auch die Wahlbeteiligung an der Schule. Denn wie auch bei den echten Wahlen am kommenden Sonntag ist die Teilnahme keine Pflicht. Die Aktion machte allen sichtlich Spaß und wurde ernst genommen. »Wir haben Glück, Bildung zu politischem Mitspracherecht zu erhalten. Heute lernen wir, was wir später wirklich noch einmal brauchen«, sagte Alisa Lobes und verteilte die Stimmzettel an ihre Mitschüler.

Ein herabgesetztes Wahlalter wünscht sich trotzdem keiner der Jugendlichen. »Ich freue mich zu wählen, wenn ich volljährig bin. Jetzt haben viele noch Blödsinn im Kopf«, meinte David Jordan lächelnd. Lehrer Payer hält mit stolzem Blick auf seine Klasse auch Jugendliche unter 18 zum Wählen fähig. Doch seien sie noch sehr beeinflussbar.

Auch Direktor Andrej Keller ist mächtig stolz auf seine Schüler und den verantwortlichen Kollegen. »Wir leben in einer bewegten Welt«, sagte er und möchte das Projekt auch zukünftig zu Europa- und Bundestagswahlen an die Schule holen. Politische Aufklärung und die Gewichtung gesellschaftspolitischer Entscheidungen habe an der CBES einen hohen Stellenwert und werde bestenfalls noch mit ins Elternhaus getragen.

Die Stimmen werden erst nach der Landtagswahl am Sonntag ausgezählt. Das übernimmt an der CBES in der nächsten Woche auch die Klasse 10a. Alle sind schon ganz gespannt. In den letzten Jahren hat das Projekt offensichtlich Früchte getragen. Es zeigte sich eine Erhöhung der Wahlbeteiligung bei Erstwählern und Eltern, berichtet die Projektleitung »Juniorwahlen«.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Demokratieförderung
  • Landtagswahlen
  • Leser
  • Politische Bildung
  • Stimmzettel
  • Wahlbeteiligung
  • Wahltage
  • Lollar
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen