14. Juni 2019, 18:01 Uhr

Seit 50 Jahren Naturschutzarbeit in Ruttershausen

14. Juni 2019, 18:01 Uhr
Ehrungen mit (v. l.) Vorsitzendem Heiko Krämer, Kurt Krämer, Richard Sauer und Horst Fredrich. (Foto: pm)

Die Ortsgruppe Ruttershausen des Naturschutzbundes (NABU) feierte jetzt ihr 50-jähriges Bestehen. Der Vorstand hatte dazu seine Mitglieder und deren Angehörige, Abordnungen der NABU-Ortsgruppen aus Lollar, Odenhausen und Salzböden sowie Vertreter der Ruttershäuser Ortsvereine und des NABU-Kreisverbandes Gießen eingeladen, um dieses Ereignis gemeinsam zu feiern. Vorsitzender Heiko Krämer begrüßte die Gäste an der Vogelschutzhütte im Ruttershäuser Wald.

Viele Arbeitseinsätze

In seiner Festrede umriss der Vorsitzende die geschichtliche Entwicklung des am 6. März 1969 von zwölf Mitgliedern unter dem Namen Vogelschutzverein Ruttershausen gegründeten Vereins. Das obere Organ war der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV). 1973 wurde die jetzt noch stehende Vogelschutzhütte in Eigenleistung errichtet, die damals wie heute eine zentrale Bedeutung für den Verein hat. Hier werden Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen abgehalten. Bei zahlreichen Aktivitäten der Naturschutzjugend-Gruppe und vom Verein organisierten Veranstaltungen wird die Hütte als Basis genutzt. In den Jahren 1974/75 wurden von der Gemeinde Wißmar die Mausbachwiesen angepachtet und das jetzige Feuchtbiotop angelegt. Es besteht aus fünf miteinander verrohrten Teichen, die von Amphibien in großer Anzahl als Laichgewässer genutzt werden. Die verschiedensten Arten von Wasserinsekten und Libellen sind ebenfalls anzutreffen. Jährlich müssen dort Pflegemaßnahmen zum Erhalt des Biotops durchgeführt werden.

Im Jahr 1990 wurde der DBV in NABU umbenannt, daraus resultierend erfolgte 1993 die Umbenennung der Ortsgruppe Ruttershausen. Untermalt wurde der geschichtliche Teil durch eine kleine Fotoausstellung, die Heinrich Schön zusammengestellt hatte.

Nach dem geschichtlichen Teil gab der Vorsitzende einen Überblick über die aktuellen Tätigkeiten des Vereins, der zurzeit 113 Mitglieder hat. Einen Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet seit jeher die Betreuung und Bereitstellung von Nisthilfen. In der Gemarkung werden rund 250 Nistkästen und fünf Steinkauzröhren betreut.

Einen Teil der Nistkästen hatte man in den vergangenen beiden Jahren schon beraubungssicher umgebaut, um dem zunehmenden Nestraub durch Waschbären entgegenzuwirken. Ziel ist es, alle Nistkästen beraubungssicher umzurüsten. Im Dorf wurden zahlreiche künstliche Mehlschwalbennester und Kotbretter an Häusern angebracht.

Bei den Arbeitseinsätzen im Feuchtgebiet werden alljährlich die Erlen im Uferbereich zurückgeschnitten und die Zu- und Überläufe kontrolliert und freigelegt. Im Frühjahr wird eine jährliche Vogelstimmenwanderung für alle Interessierten angeboten.

Ein Familientag für die Mitglieder und Angehörige findet Anfang September an der Vogelschutzhütte statt. Im Oktober richtet die NABU-AG (Arbeitsgemeinschaft der NABU Ortsgruppen der Stadt Lollar) alljährlich einen Zugvogelbeobachtungstag auf dem Altenberg aus. Die NABU-AG errichtet in diesem Jahr in Odenhausen ein Schwalbenhaus. Die im Jahr 2011 gegründete Naturschutzjugend (NAJU) mit dem Namen »Wehrholz-Ranger« besteht aus 15 Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Bei den monatlichen Treffen werden sie von Lioba Krämer und Jan Schäfer betreut.

Nach der Festrede des Vorsitzenden überbrachte der 1. Stadtrat der Stadt Lollar, Bernd Maroldt, die Grußworte und ein Geschenk der Stadt. Er stellte fest, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit sei, sich für den Naturschutz einzusetzen. Anschließend wurden Grußworte von Peggy Schneeweiß vom NABU-Kreisverband, von den NABU-Ortsgruppen und den Ruttershäuser Ortsvereinen überbracht.

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden dann Richard Sauer, Kurt Krämer und Horst Fredrich geehrt, die zwar keine Gründungsmitglieder sind, aber im Gründungsjahr in den Verein eintraten. Der Vorsitzende bedankte sich für die langjährige Treue zum Verein und überreichte jeweils eine Urkunde.

Norbert Heßler von der NABU-Ortsgruppe Villingen hielt einen Vortrag über beraubungssichere Nistkästen. Heiko Krämer wies noch auf Veranstaltungen hin, die im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums angeboten werden. Es findet eine Fledermausexkursion am Freitag, 30. August, statt und am Samstag, 21. September, wird eine Pilzexkursion angeboten.

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