02. März 2018, 22:02 Uhr

Selbsthilfe mit der Säge

02. März 2018, 22:02 Uhr
Im Widerstreit der Interessen: Der Rückschnitt von Obstbäumen sorgt in Villingen für Diskussionen. (Foto: pad)

Freunden des Obstbaus blutet das Herz, Landwirte sind froh, dass sie endlich ungehindert mit ihren großen Maschinen über die Feldwege fahren können. In Villingen bewegt der Rückschnitt von Obstbäumen jenseits der Horloff die Gemüter. »Unbefriedigend«, findet Klaus Schäfer, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, das Ergebnis. »Wir wussten uns nicht mehr anders zu helfen«, sagt Ingo Schmalz. Der Landwirt aus Hungen ist für den Rückschnitt verantwortlich.

Wer kann die Bäume pflegen?

Schmalz bewirtschaftet auch Flächen in Villingen. Die vielen Obstbäume, die dort Kilometer entlang der befestigten Wege stehen, behinderten die großen Landmaschinen. »Im Sommer, wenn die Zweige voll von Blättern und Früchten hängen, ist es besonders schwierig«, sagt Schmalz. Deswegen habe er den Obst- und Gartenbauverein Villingen schon vor Jahren um Rückschnitt gebeten, habe auch Hilfe angeboten. Aber eine gemeinsame Aktion sei aus zeitlichen Gründen nicht zustande gekommen. Schmalz: »Es sind einfach zu viele Bäume, vielleicht 200.« Und die Stadt, die für den Rückschnitt eigentlich zuständig sei, schaffe das mit ihrem Personal auch nicht.

In diesem Jahr griff der Landwirt zur Selbsthilfe. Er kaufte eine Säge für den großen Teleskoplader. Damit wurden die Bäume an den Feldwegen zurückgeschnitten. Die Aktion sei mit dem Forst und der Stadt abgestimmt gewesen. Auch dem Verein habe man Bescheid gesagt.

Dessen Vorsitzender aber ist mit dem Resultat nicht glücklich. »Wenn schon schneiden, dann doch bitte ausgewogen.« Leider seien die Bäume nur auf der Straßenseite gekappt worden und deshalb aus dem Gleichgewicht geraten. Er selbst habe die Bäume in der Vergangenheit gepflegt und versucht, die Äste straßenbündig zu schneiden. »Aber das reichte wohl nicht.«

Schmalz ist aber nicht überall mit seiner Aktion auf Kritik gestoßen. Er hat auch Gehölz am Waldrand zurückgeschnitten. »Beim Forst waren sie sogar froh darüber.«

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