14. September 2017, 20:22 Uhr

Spannende Jubiläumswanderung

14. September 2017, 20:22 Uhr
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Von Helmut Hofmann
Zum Jubiläum gratulieren (v. l.) dem Vorsitzenden Holger Parr Peter Klug, Heiko Schyboll und Horst Wagner. (Foto: gjo)

Seit 25 Jahren gibt es in Ruppertsburg den Heimatkundlichen Kultur- und Geschichtsverein. Zum ebenfalls 25. Mal lud er nun zur Wanderung auf historischen Pfaden ein. Über 40 Gäste könnte Vorsitzender Holger Parr dabei begrüßen.

Bereits an der ersten Station ging es über 1400 Jahre zurück. Parr erklärte, dass Funde belegen, dass am Langen und Hohen Berg bereits um das Jahr 600 erste Ansiedlungen stattfanden. Urkundlich festgehalten ist allerdings erst das Errichten einer Kapelle durch Hersfelder Mönche auf dem Rupertisberg, zwischen Horloff und Silbach aus dem Jahre 1183. Bauern siedelten um die Kapelle – die Geburt des heutigen Dorfes.

Wechselvoll war danach die Zugehörigkeit zu verschiedenen Adelshäusern. Die festgesetzten Abgaben an die Obrigkeit waren eine starke Belastung für das einfache Volk. Erst die 1420 erfolgte Übernahme durch das Haus Solms erwies sich als Glücksfall aufgrund deren humanen Umgang mit ihren Untertanen, sagte Parr. Missernten und die Pest führten zur Aufgabe von fünf umliegenden Dörfern aus dieser Epoche, an die heute noch die Flurnamen erinnern.

Weiter ging es nun zu dem um 1650 erbauten ältesten Haus von Ruppertsburg. Dieses Doppelhaus ist ein Fachwerkbau und unter den Besitzernamen Funk und Grein bekannt. Zuletzt traf man sich auf dem Gelände des Friedhofes, denn von dort kann man die gesamte Gemarkung überblicken. Berichtet wurde von den Fluren des einstmals erfolgten Eisenerzabbaues. Damit verbunden war der Bau einer Gießerei durch Graf Friedrich, welcher der Ortsteil teil Friedrichshütte seinen Namen verdankt. Ein Pächter war Johann Wilhelm Buderus, der spätere Gründer der Buderuschen Eisenwerke in Wetzlar.

Die Not vergangener Zeiten erläuterte Parr an einer Familie Keller. Verarmt und mittellos, gerieten Angehörige auf die schiefe Bahn. Vorhandene Unterlagen erinnern an deren Vergehen, sowie die gefällten Urteile. Seine Spuren in der Dorfgeschichte hinterließ auch ein Insekt: 1876 entlaubte der Rotschwanz-Schmetterling zirka 400 Hektar Wald.

Letzte Station der Jubiläumswanderung war das Alte Rathaus. Eine Ausstellung mit Bildern, Haushaltsgegenständen und Arbeitsgeräten informierte über das Leben aus früheren Zeiten. Die Vereinigung bot hier Schriften zur Ortsgeschichte an. Im Namen des Ortsbeirates gratulierte Ortsvorsteher Horst Wagner zum Jubiläum. Im Namen der Jagdfreunde Schulte aus dem Emsland übergab er einen Scheck von 150 Euro. Bürgermeister Peter Klug überbrachte Grüße der städtischen Gremien. Für die Vereinsgemeinschaft gratulierte Heiko Schyboll und übergab ebenso wie Bürgermeister Klug einen Scheck.



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