17. Mai 2018, 22:16 Uhr

Sperrung zum Amphibienschutz wirkt

17. Mai 2018, 22:16 Uhr

Seit 2009 wird die Waldhausstraße zwischen Krofdorf-Gleiberg und der Schmelz im Frühjahr nachts für den Verkehr gesperrt. Die Maßnahme dient dem Schutz der zum Weiher »Hirschsprung« wandernden Erdkröten und anderer Amphibien, die auf ihrem Weg zum Laichgewässer die Straße überqueren müssen. Jährlich sind es zwischen 600 und 3000 Erdkröten, die so vor dem Überfahren geschützt werden.

Die Sperrung entlastet die ehrenamtlichen Naturschützer vom NABU Wettenberg, denn es entfällt der Auf- und Abbau des Krötenzauns und dessen tägliche Kontrolle. Seit Anfang der 1990er bis 2008 wurde die Schutzmaßnahme kontinuierlich durchgeführt. Dabei wurden alle in den Eimern am Schutzzaun gefangenen Tiere bestimmt und gezählt. »Nach sechs Jahren ohne diese Daten wollten wir wissen, ob die Sperrung wirkt und wie sich die Population der Erdkröte seitdem entwickelt hat«, erläuterte NABU-Vorsitzender Hans-Richard Wegener. Auch im Hinblick auf die Neuauflage des Buches »Schützenswerte Lebensräume in Wettenberg« wollte man aktuelle Daten sammeln. »Also haben wir entschieden, den Krötenzaun nochmals aufzubauen.«

Vor allem Erdkröten

Seit Beginn der Kontrollen im Jahr 2015 ist die Zahl der erfassten Tiere jeweils gewachsen. Waren es damals 2059, wurden in diesem Jahr zwischen dem 11. März und 11. April 2750 Amphibien über die Straße gebracht. 2200 Erdkröten waren es, weiterhin wurden 500 Berg- und Teichmolche gezählt, dazu einige Grasfrösche.

Es gab trotz Schutzzaun und gleichzeitigem Verbot, die Straße zwischen 20 und 6 Uhr zu befahren, dennoch einige überfahrene Tiere. Wegener appellierte an die Verkehrsteilnehmer, die Sperrung zu befolgen.

Bei der letzten Zaunkontrolle vor Beginn der Straßensperrung zogen im Jahr 2008 allein 3012 Erdkröten und viele Molche. »Wir beobachten in unserer langjährigen Statistik einen Zyklus in der Erdkrötenpopulation. Zwischen den Höhepunkten liegen immer etwa 10 bis 15 Jahre, dazwischen nimmt der Bestand wieder ab und baut sich anschließend wieder auf«, erläuterte Wegener.

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