12. November 2016, 12:00 Uhr

Sport- und Kulturzentrum geplant

Langgöns (chh). Offensichtlich hat das neugestaltete Bürgerhaus in Oberkleen eine harmonische Wirkung. Bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend, der ersten in den umgebauten Räumen, wurden alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Selbst langjährige Politiker wie Parlamentschef Martin Hanika haben das noch nicht erlebt.
12. November 2016, 12:00 Uhr
Langgöns (chh). Offensichtlich hat das neugestaltete Bürgerhaus in Oberkleen eine harmonische Wirkung. Bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend, der ersten in den umgebauten Räumen, wurden alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Selbst langjährige Politiker wie Parlamentschef Martin Hanika haben das noch nicht erlebt.
So herrschte auch weitgehend Einigkeit über einen Antrag von CDU/FDP und den Grünen. Die Mehrheitskoalition möchte in Lang-Göns ein Sport- und Kulturzentrum bauen lassen. Als Ort schwebt ihnen das alte Feuerwehrgerätehaus samt der angrenzenden Flächen vor. »Wir wollen schon lange eine Begegnungsstätte für Bürger jeden Alters und jeder Gesellschaftsgruppe im Kernort errichten. Der Platz ist ideal, da er an die bestehenden Sportanlagen anschließt«, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Bus. Details sollten im Sozialausschuss ausgearbeitet werden, die Koalition hat aber schon mal Vorarbeit geleistet. Demnach sollen das alte Feuerwehrgerätehaus abgerissen, die Bushaltestelle für die Schulkinder an die Ecke Jahnstraße/Niederhofen verlegt, die Zufahrt über die Brücke zur Straße Niederhofen ab dem Lochermühlsweg gesperrt und Parkplätze in der Jahnstraße und im Lochermühlsweg angelegt werden. Der gewonnene Platz soll vor allem den jungen Lang-Gönsern zugute kommen.
Der Koalition schwebt vor, Spielbereiche für Klein- und Schulkinder zu schaffen, zum Beispiel Wasserspielgeräte ähnlich des Wasserspielplatzes im Bad Nauheimer Südpark und auf dem Boden aufgemalte Brettspiele wie »Mensch ärgere dich nicht«. Auch einen Basketballplatz bringen CDU/FDP und Grüne ins Spiel. Weitere Ideen der Antragsteller: Die Errichtung einer Bühne inklusive Freifläche sowie einer Brücke, die den Platz des alten Feuerwehrgerätehauses mit der Fläche des bisherigen Spielplatzes verbindet. Außerdem solle eine Feuerstelle eingerichtet und ein abschließbares Häuschen samt WC und Lagerfläche aufgestellt werden.

Fragen an Denkmalschutz

Sozialdemokratin Kristine Tromsdorf fand den Vorschlag »interessant und spannend«, sie hatte aber auch Anregungen: »Wir haben gerade ein Konzept für die Langgönser Spielplätze erstellt. Es wäre sinnvoll, das zu kombinieren.« Ob das alte Feuerwehrgerätehaus der richtige Platz sei, müsse man diskutieren. Der Sozialausschuss sei der richtige Ort dafür. Dort wird auch die Anregung von Hartmut Schunkert (FW) behandelt, der noch Klärungsbedarf bei der Suche nach einem geeigneten Planer sah. Ansonsten sprach der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler von einer interessanten Variante. »Ich freue mich über den Antrag.«
Bevor die Vorlage in den Ausschuss verwiesen wurde, meldete sich noch Bürgermeister Horst Röhrig zu Wort und gab den Ausschussmitgliedern den einen oder anderen Hinweis mit auf den Weg. »Ich rate Ihnen, eine Stellungnahme der Schule einzuholen. Die Haltestelle sollte schon einmal verlegt werden, da gab es aber einen kleinen Aufstand.« Auch die Gemeindewerke sollten befragt werden, da an besagter Stelle jede Menge Leitungen lägen. Nicht zuletzt müsste sich der Ausschuss Gedanken über eine Ersatzlösung für den Bauhof machen. Denn der nutzt das alte Feuerwehrgerätehaus.
Nicht nur mit einem Sport- und Kulturzentrum werden sich die Ausschussmitglieder befassen, auch das Bahnhofsgebäude wird dort Thema sein. Die Koalition hatte einen Antrag eingebracht, wonach der Gemeindevorstand mit der Denkmalschutzbehörde abklären soll, welche Auflagen und Anforderungen bei der Sanierung des historischen Gebäudes zu beachten seien. »Der Bahnhof steht in allen Wahlprogrammen. Es wird Zeit, das Projekt anzupacken. Da es sich um ein historisches Gebäude handelt, macht es Sinn, mit dem Denkmalschutz zu reden, bevor der Planer in eine falsche Richtung geht«, sagte Annette Mulitze (Grüne).
Bürgermeister Röhrig hatte Einwände. Aus dem Internetportal des Landesamts für Denkmalpflege Hessen gehe eindeutig hervor, dass die Außenfassade des 1879 erbauten Gebäudes zu erhalten sei. Den Anruf beim Denkmalschutz könne man sich also sparen. Mulitze sah das anders, schließlich könne man nicht wissen, was sich alles im Inneren verberge. Schunkert schloss sich an: »Wir wissen nicht, was uns hinter den Wänden noch blüht.«
Die Sozialdemokraten begrüßten zumindest generell, dass der Bahnhof wieder auf der Tagesordnung steht. Karl-Heinz Wilhelm vertrat aber die Ansicht, dass man zuerst einen Plan haben müsse, was mit dem Gebäude gemacht werden soll, bevor man den Denkmalschutz hinzuziehe. Trotzdem schloss auch er sich der Mehrheit an, wonach das Thema im Bauausschuss besprochen werden soll. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Knorz betonte abschließend: »Die Informationen vom Denkmalschutz sind nur der Einstieg. Wir sind fest entschlossen, das Thema im kommenden Jahr anzugehen.« Foto: Andrea Kuhn-Geck

Schlagworte in diesem Artikel

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Mehr zum Thema

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen