29. Juni 2019, 18:00 Uhr

Hochzeit

Standesamtlich Heiraten in der Burgkapelle Nordeck

»Eine schöne Atmosphäre« - damit besticht die Burgkapelle Nordeck. Ab 1. Juli können sich dort Paare standesamtlich trauen lassen - und das seit neustem auch vom Bürgermeister selbst.
29. Juni 2019, 18:00 Uhr
In der Burgkapelle in Nordeck können Paare ab 1. Juli standesamtlich heiraten. Bürgermeister Thomas Benz (kleines Bild, Mitte) darf seit Neuestem auch trauen. (Foto: mmf)

Langsam schreitet die Braut über den gepflasterten Weg, vor ihr die blaue Tür mit den rot umrandeten grünen Quadraten. In der Nordecker Burgkapelle, vor dem kleinen Altar, steht ein weißer Tisch mit Stühlen. Dort wartet schon der Bräutigam. Rechts und links des Ganges sitzen die Gäste auf den alten Holzbänken. Diese Szenerie ist ab Montag auch für Paare möglich, die standesamtlich heiraten möchten.

»Die Burgkapelle ist ein schöner Eheschließungsort mit einem schönen Ambiente und einem eigenen Charme«, sagt Standesbeamtin Christina Fricke. Bisher konnten Paare nur im Allendorfer Rathaus standesamtlich heiraten. Da dies allerdings nicht sehr ansprechend aussehe, hätten viele Bürger außerhalb von Allendorf geheiratet. Ab Montag können Paare nun in der Burgkapelle Nordeck zum Traualtar schreiten.

Erhalt der Burgkapelle

Der Wendepunkt kam im vergangenen Jahr: In den Kommunen im Landkreis Gießen wurde bei den Standesämter nach den schönsten Trauungsorten gesucht, erzählt Fricke. Das habe das Standesamt von Allendorf dazu bewegt, einen schönen Ort für Trauungen zu suchen. Gleichzeitig hatte sich ein Arbeitskreis Burgkapelle getroffen, sagt Bürgermeister Thomas Benz. Dessen Anliegen: der Erhalt der Burgkapelle. Es sei schade, dass die Kapelle verfällt und nicht genutzt wird, sagt Benz. So sei man auf die Burgkapelle als Trauungsort gestoßen - und der Graf von Schwerin wurde angefragt.

Federführend sei Familie Haemer gewesen, sagt Benz: »Sie haben den Stein ins Rollen gebracht«. Es gehe vor allem darum, die Burgkapelle wieder zu beleben - und das nicht nur mal mit einem Weihnachtskonzert. »Wir wollen den Verfall stoppen. Es ist eine Win-Win-Situation sowohl für uns als auch für den Grafen von Schwerin«, betont Benz.

Und noch ein Highlight gibt es: Bürgermeister Benz darf seit neustem selbst Paare trauen. Er hat dafür einen Standesbeamtenlehrgang an der Standesbeamtenakademie besucht. Bisher gab es in Hessen laut Fricke nur sehr lange Ausbildungskurse, aber seit einem Jahr ist das anders. Bürgermeister können so einen Trauschein erwerben. Diese »abgespeckte Form« bedeute aber auch, dass sie nur trauen dürfen und nicht wie Standesbeamten beispielsweise Geburten oder Trauerfälle beurkunden.

Erster Termin steht fest

»Wenn man Bürgermeister ist, ergibt sich das irgendwann, dass Bürger von einem getraut werden möchten«, erklärt Benz. Der ausschlaggebende Punkt sei aber sein Trauzeuge gewesen. »Er möchte sich von mir in der Burgkapelle trauen lassen«, sagt Benz und schmunzelt. Der Termin stehe auch schon: September. Damit ist Benz Trauzeuge bisher auch der erste, der in der Burgkapelle standesamtlich heiraten wird. Benz verbindet mit der Burgkapelle aber auch eine eigene Geschichte: Er hat selbst vor 24 Jahren dort geheiratet - damals kirchlich. Auch deshalb hat er die Schirmherrschaft über die Burgkapelle übernommen.

»Das Ziel ist, den neuen Eheschließungsort groß aufzuziehen«, sagt Fricke. Es seien auch Hochzeiten mit Candlelight-Dinner oder ähnliches geplant. Allerdings gibt es vor Ort keine direkt angrenzende Gastronomie und auch Parkmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Der Parkplatz der angrenzenden Lebenshilfe, dürfe nicht genutzt werden. Aber Bürgermeister und Standesbeamtin sehen darin kein Problem: Man könne auch vom Rathaus aus hochlaufen.

»Konkurrenzfähig sein«

»Wir wollen konkurrenzfähig sein und ein schönes Standesamt bieten«, sagt Fricke. »Es gibt einen Hochzeitstourismus«, sagt Benz. Paare führen durch den Landkreis, auf der Suche nach einem schönen Trauungsort. »Die Burgkapelle hat eine schöne Atmosphäre«, sagt Benz. »Es ist ein Gewinn für Allendorf/Lumda«, betont Fricke.

Der Arbeitskreis möchte sich zu einem Burgkapellenverein zusammenschließen und die Terminvergabe für Hochzeiten in der Burgkapelle koordinieren. Bis dahin, übernimmt das Standesamt von Allendorf die Terminvergabe. Kontakt bei Nicole Ommert unter Tel. 0 64 07/91 12 37 oder an n.ommert@allendorf-lda.de .

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