05. Mai 2019, 10:00 Uhr

Feuerwehr

Tagesfeuerwehr auch für Steinbach geplant

Die Tagesfeuerwehr in Annerod ist ein Erfolg. Jetzt soll das Konzept auch in Steinbach umgesetzt werden. Aus Albach kommt Kritik.
05. Mai 2019, 10:00 Uhr
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Von Ursula Sommerlad
Damit auch in Zukunft stets genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, will die Steinbacher Feuerwehr eine Tagesfeuerwehr einrichten. Dabei kann sie auf das bewährte Anneröder Konzept zurück greifen. (Archivfoto: Feuerwehr Steinbach))

Das Modell wird seit fünf Jahren erfolgreich in Annerod erprobt. Nun wollen auch die Steinbacher eine Tagesfeuerwehr einrichten. Seit März werben Wehrführer Sebastian Büchling und sein Stellvertreter Marc Balser bei Arbeitgebern vor Ort um Unterstützung für dieses Konzept. Erste positive Rückmeldungen, so sagen sie, haben sie schon erhalten.

Akuter Bedarf an Einsatzkräften bestehe nicht, betont Büchling. »Aber wir haben den demographischen Wandel im Blick.« Deshalb hätten er und Balser gleich bei ihrem Amtsantritt vor bald eineinhalb Jahren eine Reihe von Projekten geplant. Die Tagesfeuerwehr ist eines davon.

Balser, der die Federführung übernahm, musste das Rad nicht neu erfinden. Er konnte auf die Vorarbeiten der Nachbarn in Annerod zurückgreifen, die dank der Tagesfeuerwehr 16 zusätzliche Einsatzkräfte rekrutieren konnten. Mit soviel Zuspruch rechnen die Steinbacher nicht. Wenn man zwei bis fünf neue Leute finde, sei das schon ein Erfolg, sagen sie. »Die Infrastruktur ist nicht vergleichbar. In Annerod befinden sich größere Betriebe«, weiß auch Gemeindebrandinspektor Jens Richmann.

 

Kontakt zu 17 Firmen

 

Immerhin: Balser hat 17 Firmen, »bei denen wir Potenzial vermuten«, angesprochen. Erste Rückmeldungen seien positiv, auch eine Einladung zu einer Betriebsversammlung sei darunter. Das Tagesfeuerwehr-Konzept sieht vor, dass ausgebildete Feuerwehrleute von auswärts, die ihren Arbeitsplatz in Steinbach haben, zwischen 8 bis 18 Uhr mit alarmiert werden. Damit die Zusammenarbeit reibungslos klappt, sollen sie in speziellen Trainingseinheiten gemeinsam mit der Tagesfeuerwehr aus Annerod mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht werden. »Die Schläuche sind ja überall gleich«, sagt Büchling. Aber bei den Fahrzeugen und den Geräten gebe es Unterschiede.

Eine Tagesfeuerwehr kann nur unter einer Voraussetzung funktionieren: Die Unternehmen müssen bereit sein, ihre Mitarbeiter für das Training und die Einsätze freizustellen. Im Gegenzug können sie sich auf die Feuerwehr verlassen, wenn’s bei ihnen mal brennt. Zudem werden die Wehrleute als Brandschutzhelfer und in Erster Hilfe qualifiziert. »Eine Win-win-Situation«, betont der Gemeindebrandinspektor.

Die Auflösung des Standorts Albach war ein Fehler

Kevin Schmitt

Doch nicht überall stößt die Steinbacher Initiative auf positive Resonanz. Ehemalige Albacher Wehrleute sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass die Schließung des Standorts Albach »ein Fehler war«, wie der frühere Jugendwart Kevin Schmitt in einem Leserbrief schreibt. Für ihn liegen die Dinge klar: »Bürgermeister Stefan Bechthold hat sich verzockt.« Nie zuvor in ihrer Historie habe die Steinbacher Wehr um Mitglieder werben müssen.

Büchling widerspricht. Die letzte großangelegte Werbekampagne sei vor sieben Jahre gelaufen. Grundsätzlich sei die Steinbacher Feuerwehr mit 45 Einsatzkräften bei 3000 Einwohnern sehr gut aufgestellt. Auch tagsüber, denn gemeinsam mit Annerod könne man in Zugstärke ausrücken. »Eine Feuerwehr, die personell und technisch so gut aufgestellt ist, kann man mit der Lupe suchen«, findet Bürgermeister Stefan Bechthold. Es sei aber wichtig, weiter aktiv zu bleiben, betont der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Max Mattauch. »Steinbach wächst. Wir müssen auf uns aufmerksam machen.«



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