04. März 2018, 20:00 Uhr

Tagespflege

Tagespflege findet Platz in ehemaligem Modehaus

Die Johanniter betreiben jetzt in Großen-Buseck eine Tagespflegeeinrichtung. Vor der Einweihung stand eine Menge Arbeit an, sollte die Tagespflege doch in einem ehemaligen Modehaus entstehen.
04. März 2018, 20:00 Uhr
Hier erinnert nichts an Stationsräume: Die neue Tagespflegeeinrichtung. (Foto: siw)

Eine gehörige Portion Fantasie, baufachmännisches Denken und unternehmerischen Mut gehörten dazu, aus den ehemals dunklen Räumen des Modehauses eine behagliche Tagespflegeeinrichtung in einer offenen Bauweise zu schaffen.

Hier erinnert nichts an Stationsräume. Die Trennwand lässt sogar größere Veranstaltungen wie ein Tanz-Café zu.

Auf dem Weg dahin waren einige Klippen baulicher und rechtlicher Art zu umschiffen, auf die Regionalvorstand Marco Schulte-Lünzum anlässlich der Einweihung am Freitag einging: »So manchen Handwerker habe ich mit meinen hohen Ansprüchen zur Verzweiflung gebracht.«

 

Aufwertung für den Ortskern

 

Dana Maria (Gesang/Gitarre) und Thomas Hromatka (Keyboard), die den Festakt mit mehreren Vorträgen auflockerten, begannen mit dem Pur-Song »Ein graues Haar … Immer noch ein Grund zu feiern, erst recht mit grauem Haar«. Passender hätte der Auftakt wohl kaum gelingen können, denn die neue Tagespflege stellt sich in die Balance zwischen Ungezwungenheit und Spaß und ernsten Förderangeboten wie Bewegungs- und Gedächtnistraining.

Pfarrer Jürgen Kuhn von der evangelischen Kirchengemeinde Großen-Buseck fand dazu die Worte: »Liebe und Verantwortung, Spontanität und Planung«. Vor der symbolischen Schlüsselübergabe durch Schulte-Lünzum an die Leiterin Christina Herwig stand die Andacht mit dem Besinnen auf die Grundwerte der »Johanniter«. »Die neue Einrichtung ist ein Segen.

Die Tagesgäste können hier für einige Stunden ein Zuhause finden«, sagte Regionalverbandspfarrer Matthias Leschhorn.

 

Politik muss mehr tun

 

Landrätin Anita Schneider hob die besondere Lage des Haues mitten im Ort und die Bedeutung von Kommunikation hervor. »Ältere Menschen brauchen Ansprache, um der Einsamkeit entgehen zu können.«

155 ambulante Tagespflegeplätze gibt es im Landkreis. Der Bedarf werde noch steigen. Schneider: »Wir brauchen noch mehr Fachkräfte mit guter Ausbildung und Entlohnung. Dafür muss die Politik mehr tun.«

Bürgermeister Dirk Haas sprach von den Johannitern als einen risikobereiten Investor mit sehr guten weittragenden Strukturen und engagierten Mitarbeitern, die keinen Feierabend kennen.

Sein besonderer Dank galt den Pflegekräften, die sich mit viel Herzblut in ihrem Beruf wiederfinden. Die Einrichtung habe den Ortskern aufgewertet, die Brache mit Leben gefüllt.

 

Letzte Versorgungslücke geschlossen

 

»Der erste Eindruck zählt: warm und gemütlich«: Dabei meinte Johanniter-Landesvorstand Oliver Meermann nicht nur die Raumtemperatur, sondern die spürbare Ausstrahlung von menschlicher Wärme. Er lobte die Gemeinde, »die das mitträgt« sowie die Sozialstation, »die eine Saat gesät hat, ohne die die Tagespflege nicht hätte entstehen können«.

Helmut Freiherr Schenk zu Schweinsberg, ehrenamtlicher Regionalvorstand, gratulierte und dankte im Namen des Johanniterordens.

Die häufig gestellte Frage, ob die Tagespflege in Konkurrenz zum Johanniterstift stehe, habe er stets klar mit »Nein« beantworten können, erklärte Michael Sommerlad. »Ich bin froh, dass nun die letzte große Versorgungslücke in Buseck geschlossen ist«, betonte der Einrichtungsleiter des Stifts.

»Wir als Förderverein Kranken- und Pflegehilfe Buseck werden auch weiterhin unsere Hilfe anbieten«, versprach der Vorsitzende Gerhard Hackel. Der Förderverein, die beiden großen Geldinstitute und weitere Spender haben die Einrichtung finanziell unterstützt.

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